Titel: Analyse eines aus Alaunschiefer-Rükständen bereiteten Düngers; von Professor Girardin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 88, Nr. CXVI./Miszelle 9 (S. 467–468)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj088/mi088116_9

Analyse eines aus Alaunschiefer-Rükständen bereiteten Düngers; von Professor Girardin.

In der Umgegend von Forges-les-Eaux finden sich an der Oberfläche des Bodens, oder nahe an derselben, mehr oder weniger dike Schichten einer Thon und Schwefelkies enthaltenden Braunkohle, welche schon seit langer Zeit zur Fabrication von Eisenvitriol ausgebeutet wird.

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Die schwefelkieshaltige Erde wird nach dem Auslaugen mit dem Viertheil ihres Gewichts Torfasche gemengt und so als ein stark stimulirender Dünger für Wiesen, feuchte Graspläze und eigentlich pflugbares Land benuzt.

Hr. Dupré verkauft die ausgelaugte Erde unter der ungeeigneten Benennung Vitriolasche, den Hektoliter zu 1 Fr.

Die HHrn. Girardin und Bidard analysirten ein von Hrn. Dupré ihnen zugesandtes Muster und fanden, daß:

100 Theile ausgelaugter Asche 24 Theile Wasser enthalten.

100 Theile dieses ausgetrokneten Düngers enthalten:

Textabbildung Bd. 88, S. 468

Der Stikstoffgehalt wurde mittelst Liebig's Apparat sorgfältig bestimmt und 2,72 Gewichtsprocente Stikstoffs gefunden.

Der Gehalt dieses Düngers ist sonach auszudrüken durch die Zähl 680,0, sein Aequivalent durch 14,70, demzufolge 14,70 Kil. Vitriolasche von Forges hinsichtlich ihres Stikstoffgehalts dieselbe Wirkung haben wie 100 Kil. Normaldüngers.

Die sogenannte Asche aus der Picardie (welche gleichen Ursprung hat) enthält nach den HHrn. Boussingault und Payen nur 0,65 Proc. Stikstoffs und ihr Aequivalent ist = 64,50.78) Die Vitriolasche von Forges ist in dieser Beziehung also viel besser.

Die Gegenwart von schwefelsaurem Eisen in dieser Erde, welches sich durch die Einwirkung der Luft auf das darin enthaltene Schwefeleisen beständig darin erzeugt, erklärt ihre bedeutende stimulirende Wirkung auf natürliche und künstliche Wiesen.

Die große Wirksamkeit dieser Erde kann mehreren Ursachen zugeschrieben werden.

1) Ihrer dunklen Farbe, welche auf die Erwärmung der Erde durch die Sonnenstrahlen von großem Einfluß ist;

2) dem Schwefeleisen, welches durch seine langsame Verbrennung (Oxydation) die Erwärmung und elektrische Erregung der Erde verstärkt;

3) der großen Menge löslichen und unlöslichen Humus;

4) dem schwefelsauren Eisen, welches, abgesehen von seiner Eigenschaft, das Unkraut, die Moose, Flechten etc. zu vertilgen, auf den kohlensauren Kalk des Bodens wirkt und schwefelsauren Kalk bildet, welcher auf die Hülsenfrüchte so wichtig einwirkt.

Ihrer Zusammensezung nach muß die sogenannte Vitriolasche vorzüglich auf Kalkboden und auf häufig mit Kalk und Mergel behandeltes Erdreich von bester Wirkung seyn, was die Erfahrung auch bestätigt. (Journal de Pharmacie, Mai 1843, S. 371.)

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Polyt. Journal Bd. LXXXII. S. 142 und 145.

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