Titel: Parker's Verfahren zum Wiederbeleben der Knochenkohle.
Autor: Parker, Frederick
Fundstelle: 1843, Band 89, Nr. CXVIII. (S. 446–447)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj089/ar089118

CXVIII. Verbessertes Verfahren zum Wiederbeleben der Knochenkohle, worauf sich Frederick Parker im New-Gravel-lane, Grafschaft Middlesex, am 22. Jun. 1839 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of arts. August 1843, S. 28.

Mit Abbildungen auf Tab. VI.

Bekanntlich wird beim Raffiniren des Zukers zum Entfärben der Syrupe viel thierische Kohle verbraucht, welche, nachdem sie eine Zeit lang benüzt wurde, wieder belebt werden muß, was durch Ausglühen derselben bewerkstelligt wird. Man bedient sich hiezu verschiedener Vorrichtungen, wie Retorten, Töpfe, Oefen, die während ihres Gebrauches so luftdicht als möglich verschlossen werden und man verfuhr dabei wie folgt: man ließ 1) die Kohle in demselben Gefäße, in welchem sie erhizt wurde, wieder abkühlen; dieses Verfahren ist zwar in Bezug auf die Güte der wiedergewonnenen Kohle vortheilhaft, aber auch langwierig und kostspielig; oder man nahm 2) die in verschlossenen Töpfen etc. auf den gehörigen Grad erhizte Kohle in glühendem Zustande heraus und brachte sie in luftdicht verschließbare Abkühlgefäße; dabei leidet aber die Güte der wiederbelebten Kohle.

Vorliegende Erfindung bezwekt nun, daß beim Wiederbeleben der Knochenkohle die Retorte, der Ofen, oder das Gefäß nicht abgekühlt zu werden braucht und dennoch die Kohle beim Herausnehmen und |447| Abkühlen weder in rothglühendem, noch überhaupt in einem Zustand, welcher ihr schaden könnte, in Berührung mit der Atmosphäre kömmt; es werben nämlich das Gefäß, in welchem sie geglüht, und dasjenige, in welchem sie abgekühlt wird, so vorgerichtet, daß sie temporär oder beständig mit einander in Verbindung gesezt werden können und die Luft vom Anfang des Ausglühens bis zur gehörigen Abkühlung ausgeschlossen bleibt.

In Fig. 29, 30 und 31 ist ein solcher Apparat abgebildet, in welchem das Ausglühen und Abkühlen in unmittelbarer Aufeinanderfolge ohne Zutritt der Luft bis nach hinlänglicher Abkühlung stattfindet, a ist eine verticale Retorte von Eisen, welche von den Feuercanälen des Ofens b umgeben ist; c ist ein Rumpf, in welchem sich beständig ein Vorrath wieder zu belebender Knochenkohle befindet; aus diesem fällt, wenn der untere Raum der Retorte a entleert wird, frische Kohle nach, oder wird nachgeschoben. Hiebei kann zur erhizten Kohle keine Luft zutreten, d ist das Abkühlgefäß, welches mit dem untern Ende der Retorte a mittelst einer mit Sand abgesperrten Fuge e in Verbindung steht. Diese Abkühlvorrichtung ist von dünnem Eisenblech und ziemlich groß, um hinlängliche große Oberfläche darzubieten; das untere Ende ist durch einen Boden und einen Schieber verschlossen, in denen sich Reihen von Oeffnungen befinden, welche, wenn Kohle herausgenommen werden soll, übereinander treffend gemacht werben.

Nach dem Herabfallen vom Gefäße a wird die Kohle im Gefäße d allmählich abgekühlt und kann, bis sie in f ankömmt, ohne Anstand herausgenommen werden.

Es ist gerade nicht nöthig, daß die Abkühlvorrichtung unten verschlossen sey, da die niedergegangene und herausgefallene Kohle in einem Haufen liegen bleiben und so die Vorrichtung verschließen kann. Es muß Acht gegeben werden, daß die Kohle nicht zu früh wieder der Luft ausgesezt werde, g ist eine Vorrichtung zum Messen der aus dem Kühler d kommenden Kohle; sie ist ebenfalls mit einem Schieber und gelöcherten Boden versehen wie der oben bei d beschriebene.

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