Titel: Milchsaure süße Maische als Ersazmittel der Branntweinschlempe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 89, Nr. XL./Miszelle 10 (S. 159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj089/mi089040_10

Milchsaure süße Maische als Ersazmittel der Branntweinschlempe.

Die Kartoffeln oder das Getreideschrot werden mit 2–3 Proc. Malz auf die gewöhnliche Weise, jedoch mit doppelt so viel heißem Wasser, als man bei dem Einmaischen auf Branntwein anzuwenden pflegt, eingemaischt und bei 53° R. zugedekt 4–5 Stunden lang der Zukerbildung überlassen. Nach dieser Zeit bleibt die süße Maische 6–9 Stunden im Vormaischbottiche, wird nun aber von Stunde zu Stunde zur Beförderung der jezt folgenden Milchsäurebildung einmal gut durchgearbeitet. Nach 10–14 Stunden ist die Maische säuerlichsüß geworden und wird nun, je nachdem sie als Brühfutter mit Häksel (Siede, Häkerling,) oder auch als Trank verfüttert werden soll, entweder mit siedendheißem oder mit kaltem Wasser bis zur Consistenz der gewöhnlichen Branntweinschlempe verdünnt. Nach zahlreichen Erfahrungen ersezen 100 Pfd. Kartoffeln, auf diese Weise täglich frisch zubereitet, die Schlempe von 500 Pfd., ja, wie viele behaupten, sogar von 600 Pfd. Kartoffeln; und wer einmal gesehen hat, wie lüstern alles Vieh nach diesem angenehmen Futter ist, der wird ficher auch in Zeiten des Ueberflusses bewogen werden, vor der Rükkehr zur Branntweinbrennerei erst genau zu berechnen, ob Branntweinschlempe oder diese süße, milchsäuerliche Maische größere Vortheile darbiete. (Riecke's Wochenblatt, 1843, Nr. 22.)

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