Titel: Prosser's ceramische Pflasterung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 89, Nr. XL./Miszelle 12 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj089/mi089040_12

Prosser's ceramische Pflasterung.

Prosser fand, daß wenn man ein Gemenge von gepulvertem Feldspath und feinem Thon zwischen zwei stählernen Matrizen stark preßt, das Pulver sich auf den vierten Theil seines Volumens reducirt und ein compacter Körper wird, welcher viel härter und weniger porös ist als das gewöhnliche mattweiße Porzellan. Die erste Anwendung machte man von diesem Verfahren zur Fabrication von Kleiderknöpfen, welche dauerhafter und wohlfeiler sind, als die gewöhnlichen Knöpfe; alsdann verfiel man darauf, es auch zu Pflastersteinen für die Straßen zu benuzen. Die Maschinerie zur Verfertigung dieser Steine ist sehr einfach: eine senkrechte Schraube, welche mittelst eines 2 Fuß langen horizontalen Hebels umgedreht wird, ist mit einer Matrize aus Stahl von der Breite und Länge des zu erzielenden Steins versehen; diese Matrize, welche hervorstehend ist, paßt in eine andere hohle Matrize, welche unmittelbar unter ihr angebracht und mit dem möglichst troknen Feldspathpulver gefüllt ist; wird dieses Pulver mittelst der Presse stark zusammengedrükt, so reducirt es sich auf das Viertel seiner Dike und wird sehr hart. Die fertigen Pflastersteine nimmt man aus der Form, indem man deren beweglichen Boden mittelst einer senkrechten Stange, welche durch ein Pedal gehoben wird, hinauf treibt; man bringt sie dann in den Ofen; dadurch werden sie ungemein hart und ertragen, ohne sich zu verändern, einen raschen Wechsel von Kälte und Wärme. Um sie zu färben, versezt man sie mit Metalloxyden, ehe man sie in den Ofen bringt.

Man kann daraus auch sehr harte und feuerfeste Baksteine verfertigen; in diesem Falle muß man aber die hydraulische Presse anwenden. (Civil engineer's Journal, April 1843.)

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