Titel: Ueber den Brand im Weizen und Dinkel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 89, Nr. XL./Miszelle 13 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj089/mi089040_13

Ueber den Brand im Weizen und Dinkel.

Wegen dieser Plage ist in landwirthschaftlichen Blättern und Schriften schon seit vielen Jahren viel geschrieben worden, namentlich über die Mittel, diese häßliche und schädliche Krankheit des Getreides zu verhüten. Man hat fruchtlos fast alle nur ersinnlichen Beizen vor dem Säen der Früchte vorgeschlagen. Man erschöpfte sich über die nähern und entfernten Ursachen der Krankheit, bis man endlich herausbrachte, daß unreife und schwächliche Samenkörner die Hauptursache, in Verbindung mit ungünstiger Witterung, sind. Wie die Natur in so vielen Sachen der menschlichen Einsicht zurecht hilft, wo leztere noch im Zweifel ist, so that sie es auch hier in der Erfahrung der lezten drei Jahre dadurch, daß diese drei Jahre wegen außerordentlicher Trokenheit keinen Brand im Dinkel und Weizen erzeugten und die Samenkörner allermeist völlig ausreifen konnten. So lag also das Hauptresultat, daß nur völlig reife, völlig ausgewachsene Samenkörner keinen Brand geben, zu Tage. Die Lehre ergibt sich also von selbst; „man lasse den Samen, Dinkel und Weizen völlig ausreifen, sondere zur Aussaat die vollkommensten Körner ab, beseitige alle schwächlichen Körner aus der Saatfrucht, so wird man vom Brand verschont bleiben.“ Diese von der Natur gegebene Lehre ist unfehlbar, und wenn nicht zu dike Saat das ganze Wachsthum hindert oder zu ungünstige Witterung das Gedeihen stört, so kann man auf vollkommen gesunde Früchte hoffen. Alle Beizen werden nie zum gewünschten Ziele führen. (Riecke's Wochenblatt 1843, Nr 26.)

Knöller.

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