Titel: Ch. Dyer, über feuersichere Gebäude.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 89, Nr. XL./Miszelle 4 (S. 156–157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj089/mi089040_4

Ch. Dyer, über feuersichere Gebäude.

Dyer ward kürzlich damit beauftragt, in der City von London ein weitläusiges Gebäude zu errichten, bei dessen Erbauung die Bedingniß festgesezt war, daß es ganz feuersicher seyn sollte (siehe Echo du monde savant, No. 7.).

Man wendete daher statt des gewöhnlichen Zimmerholzes Durchzugbalken von Gußeisen an. In den Mauern wurden in jedem Stokwerke fünf bis sechs Eisenstangen von 0,037 Meter Breite und 0,003 Meter Dike von Unten nach Aufwärts in unmittelbarer Berührung mit der Mauer eingefügt. An den Vereinigungsstellen |157| sind sie an den Rändern der Ziegel übergebogen, und um das Anhaften des Mörtels zu erleichtern, mit Theer bestrichen und mit Sand bestreut, wodurch zugleich die nachherige Zerstörung durch Rost verhindert wird.

Von den gußeisernen Durchzugsbalken hatten einige eine Länge von 3,34 Meter, andere von 5,63 Meter und waren in der Mauer um 0,225 Meter versenkt. In der Mitte hatten sie eine Höhe von 0,304 Meter und an den beiden Extremitäten von 0,200 Meter. — Zwischen den Durchzugsbäumen wurden mittelst Cement Wölbungen von einer halben Ziegeldike so eng eingefügt, daß die Seitenränder am Obertheile sich berührten. — Der Fußboden wurde auf die gewöhnliche Weise belegt, und die eisernen Durchzugbalken wurden an der unteren Fläche, wo sie den Plafond bilden, mit Papier überzogen.

Um zu sehen, wie weit man sich auf diese Construction in Betreff der Feuersicherheit verlassen könnte, machte man in jedem Gemache des Rez-de-Chaussée ein Feuer mit Kohks, dessen Flamme über 2 Meter hoch erhalten wurde. Obgleich das Feuer während mehrerer Tage unterhalten wurde, zeigte sich jedoch keine andere Wirkung, als daß der Fußboden sich etwas aufblähte und einige Sprünge erhielt, was den Wasserdämpfen zugeschrieben werden muß, die sich theils aus dem Cemente, theils aus dem aufgegossenen Gyps entwikelten. (Gewerbeblatt für Hannover 1843, 3. Heft, S. 71.)

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