Titel: Ramstädt's Verfahren eiserne Lasten am Grunde des Wassers auszumitteln und aus jeglicher Tiefe hervorzuholen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 89, Nr. XL./Miszelle 5 (S. 157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj089/mi089040_5

Ramstädt's Verfahren eiserne Lasten am Grunde des Wassers auszumitteln und aus jeglicher Tiefe hervorzuholen.

Das neue von dem Hrn. Flottenlieutenant Ramstädt erfundene Verfahren, um durch einen elektro-galvanischen Apparat gußeiserne und eiserne Lasten aus jeglicher Tiefe hervorzuholen, hat die Neugier vieler rege gemacht. Am 23 März (4. April) wurde auf der Newa, der neuen Admiralität gegenüber, ein Versuch mit dieser Entdekung angestellt. Hr. Ramstädt hob in 20 Minuten einen 30 Pud (das Pud = 40 Pfd.) schweren Anker und eine 15 Pud schwere Kette, die in einer Tiefe von 6 Faden lagen, in die Höhe. Zu diesem Versuch war eigens das Eis ausgehauen worden. Der Erfolg dieses neuen Verfahrens ist noch jezt zu sehen; der aufgezogene Anker befindet sich noch an der Stelle, wo in Gegenwart vieler Admiräle und anderer Personen, die den Erfinder mit ihrer Gegenwart beehrten, der Versuch angestellt worden.

Das Verfahren des Hrn. Ramstädt, um Metalle vom Grunde des Wassers hervorzuholen, besteht in Folgendem: in eine Schaluppe stellte man einen besonderen elektro-galvanischen Apparat, von welchem aus zwei Conductors aus Draht bis zum Grunde des Wassers herabgehen. Indem man nun in der Schaluppe in der Gegend umherfährt, wo man das untergegangene Metall vermuthet, muß man immer zwei Finger auf den beiden metallischen Punkten des Apparats halten. Die Hand fühlt dann fortwährend leichte Schläge des Elektro-Galvanismus, so wie aber die beiden Enden des herabgelassenen Conductors irgend ein Metall berühren, so hören die Schläge sogleich auf, und dadurch wird die Anwesenheit des Metalls auf dem Grunde des Wassers kund gethan. Um aber zu wissen, von welcher Art dieses Metall ist, läßt man an einem Strik einen künstelichen Magnet ins Wasser, der seine Wirksamkeit von einer elektro-galvanischen Batterie erhält; faßt der Magnet an die auf dem Boden befindliche Sache, so ist dieß ein Beweis, daß sie von Eisen oder von Gußeisen ist, und dann zieht man sie aus jeder beliebigen Tiefe mit einem besonders eingerichteten Krahn empor; bleibt der Magnet ohne Kraft, so ist dieß ein Beweis, daß die auf dem Boden befindliche Sache von Kupfer oder von einem anderen Metall ist. Dann wird sie, je nach der Tiefe, durch andere gewöhnlich angewandte Mittel hervorgezogen. Der Hauptnuzen dieser Erfindung ist das Auffinden jeglichen Metalls in jeder Tiefe; die Resultate dieser Entdekung sind folglich augenfällig. (Aus der St. Petersburgischen Zeitung.)

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