Titel: Anwendung des stark erhizten Wasserdampfs zum Wiederbeleben der Knochenkohle in den Zukerfabriken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 89, Nr. XL./Miszelle 6 (S. 157–158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj089/mi089040_6

Anwendung des stark erhizten Wasserdampfs zum Wiederbeleben der Knochenkohle in den Zukerfabriken.

In einer Abhandlung der HHrn. Laurens und Thomas im ersten Junius-Heft (Bd. LXXXVIII) S. 349 des polyt. Journals findet sich die Bemerkung, |158| daß Wasserdampf auf 300° C. erhizt, Steinkohlen, Holz und Torf vollkommen verkohlt, wobei sich brennbare Gase erzeugen, welche nach ihrem Uebergang in einen Condensator zu verschiedenen Zweken anwendbar sind. Es scheint, daß man schon vor dieser Anwendung den überhizten Dampf zum Wiederbeleben der Knochenkohle in den Zukerraffinerien benuzt hat. Nach einer Notiz im Journal de Chimie médicale, Jul. 1843, S. 436 explodirte nämlich kürzlich in der Fabrik des Hrn. Seghers zu Gent einer der eisernen Cylinder, in die man, um Knochenkohle wieder zu beleben, Wasserdampf leitet, welcher in einem rothglühenden Schlangenrohr stark erhizt worden ist. Wenn dieser Dampf, heißt es daselbst, die vom Erfinder des Verfahrens vorgeschriebene Temperatur von 350° C. überschreitet, so zersezen sich die in der Knochenkohle enthaltenen zukerigen Substanzen und bilden Kohlenwasserstoffgas; dieses wird sich mit der Luft im oberen Theile des Cylinders vermischen und ein detonirendes Gasgemisch bilden, welches sich durch den rothglühenden Dampf oder durch die Kohlen, die er zum Glühen bringt, entflammen kann. Daß die erfolgte Explosion nicht der Spannung des Dampfes zugeschrieben werden darf, geht schon daraus hervor, daß unten am Cylinder ein Rohr zum Auslassen der gasförmigen Producte angebracht ist und folglich der Dampf mit der äußeren Luft communicirt.

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