Titel: Elektrischer Telegraph auf der Eisenbahn von Aachen zur belgischen Gränze.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 89, Nr. LX./Miszelle 2 (S. 235–236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj089/mi089060_2

Elektrischer Telegraph auf der Eisenbahn von Aachen zur belgischen Gränze.

Auf der Eisenbahn von Aachen zur belgischen Gränze, deren Vollendung man binnen sechs Wochen entgegensieht, befindet sich auch, zum erstenmal in Deutschland angewendet, ein elektrischer Telegrah, der zum Signalisiren zwischen dem Aachener Stationsplaz und dem Maschinenhause am Tunnel im Aachener |236| Busch dienen soll. So weit der Apparat bis jezt aufgestellt ist, besteht er in vier Leitungsdrähten von starkem Eisendrahte, welche von der Station aus nach dem Maschinenhause geleitet sind, und wovon je zwei eine Kette bilden, in welcher ein elektrischer Strom wirkt. Der Apparat ist so eingerichtet, daß man mittelst des elektrischen Stromes oder durch Unterbrechung desselben sehr verschiedene Zeichen geben kann, durch deren Combination sich eine ganze Reihe von Fragen und Antworten zusammensezen läßt. Bevor ein elektrisches Signal gegeben wird, läßt man durch den elektrischen Strom eine Art Wekeruhr spielen, welche an beiden Endpunkten der Leitung zugleich in Thätigkeit kommt. Dieses wird wieder auf eine ganz einfache Weise dadurch bewirkt, daß man durch den elektrischen Strom ein Eisen, welches sehr oft mit einem dünnen Leitungsdrahte umwunden ist, magnetisch macht, so daß es einen Klinkhaken anzieht, welcher durch seine Bewegung am Uhrwerke den Mechanismus der Uhr in Bewegung sezt. Nachdem dieser Weker den Signalwächter aufmerksam gemacht hat, erfolgt erst das eigentliche Signal, welches durch die Motion eines Zeigers auf einem mit sechs Buchstaben versehenen Zifferblatte gegeben wird. Die Mittheilung geschieht mit außerordentlicher Schnelligkeit. (Archiv für Eisenbahnen, 1843, Nr. 8.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: