Titel: Talbot, über Vergoldung und Versilberung der Metalle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 89, Nr. LX./Miszelle 5 (S. 236–237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj089/mi089060_5

Talbot, über Vergoldung und Versilberung der Metalle.

Henry Fox Talbot, dessen Verbesserungen im Versilbern und Vergolden der Metalle, patentirt am 9 December 1841, im polytechnischen Journal Bd. LXXXVII. S. 208 mitgetheilt wurden, ließ sich folgende Verfahrungsarten |237| am 25 November 1842 in England patentiren: 1) gibt er den zu vergoldenden Metallgegenständen einen sehr dünnen Silberüberzug durch Eintauchen in eine Lösung von Chlorsilber in unterschwefligsaurem Natron, oder auch auf andere Weise; 2) bringt er den blank gereinigten Gegenstand an den einen Pol der galvanischen Batterie und dann beide Pole in ein Gefäß, welches eine Auflösung einer geeigneten Säure oder Salzes in Wasser enthält. Die Batterie muß so beschaffen seyn, daß das Wasser zersezt wird und auf dem Gegenstand eine Zeit lang sich Wasserstoff entwikelt; er wird dann von der Batterie schnell abgelöst und in ein Gefäß getaucht, welches eine geeignete Gold- oder Silberlösung enthält, wo er sich mit dem respectiven Metall überzieht, dann in reinem Wasser gewaschen und dieses Verfahren so oft wiederholt, bis der Ueberzug die gewünschte Dike hat; 3) taucht er den zu vergoldenden Gegenstand in eine Lösung von Gold und einem der unedlen Metalle, ausgenommene jene, welche wie z. B. Queksilber das Gold fällen; 4) bedient er sich einer Chlorgoldlösung in Verbindung mit einer Boraxsäurelösung zum Vergolden des Messings oder anderer Metalle; die Vergoldung erhält so eine schönere Farbe als durch bloßes Chlorgold. Man kann auch Boraxsäure mit andern Goldlösungen anwenden; 5) die dunkle Farbe, welche die Vergoldung erhält durch Eintauchen in eine zum Vergolden nicht ganz geeignete Goldlösung, entfernt er durch Eintauchen der Gegenstände in eine sehr schwache Lösung von salpetersaurem Queksilber in Wasser, wodurch ihre Oberfläche sogleich Glanz erhält. Man kann hierauf das Vergolden und Eintauchen in Queksilberlösung abwechselnd so oft wiederholen, bis der Ueberzug die gewünschte Dike hat. Jeder Queksilberüberschuß kann nachher durch eine Säure und Mitwirkung galvanischer Kraft entfernt werden. Der 6te Theil der Verbesserungen im Ueberziehen der Metalle endlich bezieht sich auf den Umstand, daß, wenn man Metallgegenstände in eine Silberlösung taucht, der Ueberzug nur eine gewisse Dike erhält; die Einwirkung hört nach einiger Zeit auf und es sezt sich kein Silber mehr ab, indem das auf der Oberfläche abgesezte Metall gleich (is become similar) geworden ist (?) mit dem der Lösung; wird es aber wieder ungleich gemacht, so wird die Wirkung gewissermaßen erneuert. Der Patentträger ruft nun diese Ungleichheit hervor durch Eintauchen des Gegenstandes in eine andere Silberlösung oder in die Lösung eines andern Metalls und dann wieder in die erste Lösung. Dieses abwechselnde Eintauchen kann auch auf Goldlösungen angewandt werden.

Obige Verfahrungsweisen sind vorzüglich anwendbar zum Ueberziehen des Messings Kupfers, Silbers, Argentans, Eisens und Stahls. (London Journal of arts. Jun. 1843. S. 378.)

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