Titel: Einfache Darstellung von Unterschwefligsaurem Natron.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 89, Nr. LX./Miszelle 6 (S. 237–238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj089/mi089060_6

Einfache Darstellung von Unterschwefligsaurem Natron.

Eine bei dem Goldarbeiter Balbach eingegangene Bestellung von vielen Pfunden obigen Salzes, welches in der neuesten Zeit sowohl zur Darstellung, als Vergoldung der Daguerre'schen Bilder angewendet wird, bestimmten mich und Hrn. Balbach, eine möglichst einfache Methode der Darstellung aufzusuchen.

Dabei ergab es sich, daß man dieses Salz in sehr kurzer Zeit in großer Menge auf nachstehende einfache Weise darstellen kann. Man troknet reines krystallisirtes kohlensaures Natron möglichst vollständig, zerreibt es zu einem Pulver, mengt 1 Pfd. desselben mit 10 Loth Schwefelblumen und erhizt das Gemenge in einer Glas- oder Porzellanschale allmählich bis zum Schmelzen des Schwefels. Die dabei zusammenbakende Masse wird nun mit Erhaltung der gleichen Hize zertheilt, umgerührt und gewendet und dadurch mit der Luft in allseitige Berührung gebracht. Das gebildete Schwefelnatrium geht bei diesen Verhältnissen, unter Aufnahme von Sauerstoff aus der Luft und unter schwachem Erglühen in schwefligsaures Natrum über. Man löst dieses in Wasser auf, scheidet das abgetrennte Eisen durch Filtration, kocht die Flüssigkeit sofort mit Schwefelblumen und erhält aus der abfiltrirten, beinahe farblosen, stark concentrirten Flüssigkeit das unterschwefligsaure Natron in sehr reinen und schönen Krystallen in reichlicher Menge.

Bei zu schneller Erhizung des Gemenges brennt leicht etwas Schwefel ab, es bleibt sodann ein Antheil kohlensaures Natron unzersezt, das bei der ersten Krystallisation das unterschwefligsaure Salz verunreinigt, davon aber sehr leicht |238| getrennt werden kann. F. A. Walchner. (Liebig's Annalen der Chemie und Pharmacie. Mai 1843, S. 235.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: