Titel: Searle's Bereitung einer concentrirten Milch.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 89, Nr. XCIX./Miszelle 5 (S. 398)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj089/mi089099_5

Searle's Bereitung einer concentrirten Milch.

Diese in England patentirte Erfindung bezieht sich auf die Zubereitung und Verdichtung der abgerahmten Milch durch Abdampfung ihrer wässerigen Bestandtheile und auf die Verbindung der so zubereiteten Milch mit Thee, Kaffee und Kakao. Aehnliche frühere Versuche mißlangen, weil man die Milch nicht zuvor abrahmte, und die Gegenwart des Rahms ist es, wodurch das Product von der Witterung angegriffen und verderbt wird, indem es einen ranzigen ekelhaften Geschmak bekommt, während, wenn der Rahm abgenommen wurde, das Product viel längere Zeit einen angenehmen Geschmak behält.

Nachdem der Rahm von der Milch abgenommen ist, wird sie in ein geeignetes Gefäß, das sich in einem Wasserbade befindet, gebracht und ein Vierzigstel ihres Gewichts raffinirter Zuker in der Absicht zugesezt, um die Lösbarkeit zu vermehren, und ihr mehr Dauer zu geben. Die wässerigen Theile der Milch werden nun durch Erhizen ihres Behälters im Wasserbad (wenn er nicht mit einem Dampfgehäuse versehen ist) abgedampft, mit der Vorsicht, daß die angewendete Hize keinen nachtheiligen Einfluß auf die Milch ausübt. Auf diese Weise erhält man ein vollkommen reines und trokenes Product, welches in gut verschlossenen Flaschen oder Krügen aufbewahrt werden kann. Soll nun die Milch mit dem Thee, Kaffee oder Kakao vereinigt werden, so muß man sich einen Extract von jedem dieser Stoffe durch sorgfältig geleitete Abdampfung einer concentrirten Infusion verschaffen, und diesen flüssigen Extract der schon ziemlich concentrirten Milch zusezen, nach Erforderniß auch eine angemessene Quantität raffinirten Zukers beifüqen; sodann muß die Abdampfung des Gemisches bei einer gelinden sorgfältig geleiteten Wärme in einem im Wasserbad befindlichen Gefäß fortgesezt werden, bis das Ganze in eine dikflüsfige, pappige, feste oder pulverförmige Masse verwandelt ist; um diese nahrhafter zu machen, kann man auch Pfeilwurz, Hausenblase, isländisches Moos u. dergl. hinzusezen und sie in kleine Kuchen (Brustkuchen) verwandeln; auch kann man, um den Wohlgeschmak zu ererhöhen, etwas Essenz oder Gewürze beifügen. (Repertory of pat invent. April 1843.)

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