Titel: d'Arcet über Aufbewahrung der Möbel, Kupferstiche, Bücher etc. in unbewohnten Landhäusern etc.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 89, Nr. XCIX./Miszelle 7 (S. 399–400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj089/mi089099_7

d'Arcet über Aufbewahrung der Möbel, Kupferstiche, Bücher etc. in unbewohnten Landhäusern etc.

d'Arcet beschreibt wie folgt die Vorsichtsmaaßregeln, welche er mit sehr gutem Erfolge ergriff, um Möbel, Kupferstiche, Bücher und andere dem Verderben ausgesezte Gegenstände den Winter über in seinem Landhause lassen zu können und vor Feuchtigkeit zu schüzen. Als er Ende Octobers das Land verließ, brachte er alle diese Gegenstände in ein großes Zimmer im ersten Stok, schloß die Sommerläden, die Fenster und Läden dieses Zimmers, verklebte alle Fugen der Fenster mit Papier, und hob alle Verbindung der äußern Luft mit der innern durch den Kamin auf, indem er dessen Oeffnung verstopfte. In die Mitte der Stube stellte er ein kleines Tischchen und darauf ein bleiernes Beken. In dieses legte er scharf ausgetrokneten salzsauren Kalk (Chlorcalcium), stellte es gegen seinen Schnabel zu etwas schief und unter denselben eine Schüssel. Beim Herausgehen verklebte er auch die Fugen der Thüre und das Schlüsselloch mit Papier. — Nach seiner Rükkehr auf das Land fand er alle Gegenstände aufs beste conservirt, ja sogar in troknerm Zustande als im Sommer. Der abgeflossene salzsaure Kalk wurde, mit dem fest gebliebenen vereinigt, wieder eingedikt und für den nächsten Winter aufbewahrt. Die Luft enthalt gewöhnlich im Kubikmeter 4 Gramme Wasserdunst. Wohl ausgetrokneter salzsaurer Kalk kann bis zu seinem doppelten Gewichte Wasserdunst anziehen. Das Bleibeken |400| des Hrn. d'Arcet war vierekig, von 54 (Centimeter Seitenlänge, also ungefähr 30 Quadratdecimeter Flächenraum; er legte in dasselbe 45 Kilogr. des Salzes in porösen, ungeschmolzenen Stüken, was eine ungefähr 1 Decimeter dike Schicht gab und also genug wäre, um 7500 Kub. Meter Luft vollkommen zu troknen, oder wenigstens ein kleineres Zimmer, weil sich doch troz der besten Verschließung immer etwas frische Luft hineinzieht. (Moniteur industriel 1843. No. 707.)

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