Titel: Ueber das Wasser- und Luftdichtmachen der Leinwand, ohne daß dieselbe ihre Biegsamkeit verliert.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1843, Band 89, Nr. CXXV./Miszelle 6 (S. 466–467)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj089/mi089125_6

Ueber das Wasser- und Luftdichtmachen der Leinwand, ohne daß dieselbe ihre Biegsamkeit verliert.

Ueber diesen Gegenstand ist in der 91sten Sizung des Gewerbvereins zu Mainz eine Frage aufgestellt worden, deren Aufgabe Hr. Leiden folgendermaßen gelöst zu haben glaubt.

Er habe sich nämlich nach dem Muster des von den Gebrüdern Helfft in Braunschweig zur deutschen Industrie-Ausstellung eingesandten Sturz- und Regenbad-Apparats einen ähnlichen gefertigt und sich statt des Wachstuchs auf folgende Weise zubereiteter Leinwand bedient.

Die Leinwand wird zuerst nach der von Hrn. Professor Fehling in Stuttgart angegebenen Vorschrift (polytechn. Journal Bd. LXXXIV S. 315) zugerichtet, d. h. dieselbe wird in einer Mischung von 5 Loth Alaun und 1 Loth Bleizuker, die man auflöst und sich absezen läßt, gekocht, getroknet und dann in eine Auflösung von 2 Loth Leim, ½ Loth arabischem Gummi und 1 Loth Hausenblase getaucht und dann abermals getroknet. Hr. Leiden bemerkt, er habe diese |467| Operation genau vorgenommen, sey aber durch das erlangte Resultat nicht zufrieden gestellt worden, indem die Leinwand bezüglich der in Frage gestellten Anforderungen noch viel zu wünschen übrig gelassen hätte. Sie sey insbesondere nur wenig biegsam gewesen. Er habe deßhalb weitere Versuche angestellt, die nach Hrn. Professor Fehling's Vorschrift zugerichtete Leinwand in eine Mischung von 1 Loth spanischer Seife und 4 Loth Terpenthinö;hl getaucht, getroknet und dann drei Tage später nochmals mit einer Auflösung, welche aus ½ Loth spanischer Seife, ½ Loth Gummi elasticum, in 4 Loth Terpenthinöhl aufgelöst und mit 4 Loth Olivenöhl versezt, bestanden habe, gekocht und dann getroknet.

Das erlangte Resultat habe ihn vollständig befriedigt, denn die Leinwand sey nicht allein luft- und wasserdicht geworden, sondern auch so biegsam, wie im natürlichen Zustande. (Verh. des Gewerbv. Für das Großh. Hessen, 1842, S. 114.)

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