Titel: Newton's Fabrication künstlichen Brennmaterials.
Autor: Newton, William Edward
Fundstelle: 1844, Band 91, Nr. XXXVI. (S. 135–137)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj091/ar091036

XXXVI. Verbesserungen in der Fabrication künstlichen Brennmaterials, worauf sich William Edward Newton, Patentagent in London, einer Mittheilung zufolge, am 13. Oktbr. 1842 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of arts. Dec. 1843, S. 339.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Den Gegenstand vorliegender Verbesserungen bildet:

1) ein neuer Apparat zur Mischung und Erhizung der Ingredienzien, woraus das Brennmaterial besteht;

2) ein verbesserter Stampf- oder Compressionsapparat, durch welchen das Brennmaterial in Stüke von der gehörigen Gestalt und Größe gepreßt wird.

Hinsichtlich des ersten Theiles der Erfindung sind zwei Constructionen des Apparates zum Mischen der Ingredienzien dargestellt: Fig. 24 ist der Längendurchschnitt und Fig. 25 die Endansicht einer dieser Constructionen in Verbindung mit dem verbesserten Stampf- oder Compressionsapparat. Lezterer soll unten besonders beschrieben werden. Der Mischungsapparat besteht aus einem Cylinder a, a aus starken Eisenplatten, dessen horizontale Welle b, b sich an beiden Enden in geeigneten Lagern c, c dreht. Das eine Ende der Welle b, b trägt ein Zahnrad d, in welches die an der Spindel f sizende endlose Schraube e greift. Die Umdrehung der Spindel f wird von einer Dampfmaschine oder irgend einer andern geeigneten Triebkraft hergeleitet. Der eiserne Cylinder a, a ist an beiden Enden offen, dreht sich aber genau anschließend zwischen den Endplatten l, l. Er wird durch ein in dem Ofen g, g brennendes Feuer geheizt, und durch die erwähnte, in das Rad d greifende endlose Schraube in eine langsame Rotation um seine Achse versezt. Die Ingredienzien, welche die Composition des künstlichen Brennmaterials bilden, sind die zu diesem Zweke gewöhnlich angewendeten, nämlich Pech und Kleinkohle. Diese Materialien werden zunächst zu feinem Pulver gemahlen, dann mit einander vermengt und in den Trichter h gefüllt, von wo aus sie in den rotirenden Cylinder fallen. Einer regelmäßigen Hize ausgesezt, veranlaßt dieser vermöge seiner Rotation eine innige Vermengung |136| der Ingredienzien und eine stufenweise Erweichung und Erhizung der ganzen Masse, ohne daß irgend ein Theil verkohlt. Nachdem dieser Zwek erreicht ist, wird die Thür i auf der rechten Seite des Cylinders geöffnet und die ganze Ladung in irgend einen geeigneten Behälter geschafft, von wo aus sie unter die Stampfvorrichtung gebracht wird.

Fig. 26 stellt eine Modification des so eben beschriebenen Mischungsapparates im Längendurchschnitte dar. Im Inneren des rotirenden Cylinders ist eine feststehende Achse angeordnet, die mit Seitenarmen j, j, j versehen ist, welche einen langen Schaber k, k tragen. Der Cylinder dreht sich, wie im vorhergehenden Falle, langsam über einem Feuer, und da die Kante des Schabers k, k die innere Fläche des Cylinders berührt, so streift sie sämmtliche derselben adhärirenden Ingredienzien ab, so daß diese herabfallen.

Auch hier schließen, wie im vorhergehenden Falle, die Cylinderenden genau an die Endplatten I, I, zwischen denen sich der Cylinder dreht; dagegen ist im vorliegenden Falle der Cylinder an hohlen Achsen m, m befestigt, durch welche die stationäre Achse tritt. Leztere hat die Gestalt eines Schraubenbolzens, und besizt am einen Ende einen Kopf n und am andern Ende eine Schraubenmutter o; durch Aufschrauben der lezteren wird die Achse ganz fest gegen die Träger P, P angedrükt. Die hohle Achse m des Cylinders ist mit einem Zahnrade d versehen, mit dessen Hülfe die rotirende Bewegung auf die Fig. 24 dargestellte Weise demselben mitgetheilt wird. Die pulverisirten Materialien werden, wie oben, durch einen Trichter in den Cylinder gefüllt. Bei diesem Apparate erhält der Cylinder nicht auf einmal seine Ladung, sondern die Materialien werden von dem Trichter h aus in einem dünnen Strom aufgegeben; und da während der Rotation des Cylinders der Schaber den an den Cylinderwänden adhärirenden Theil der Ingredienzien umwendet, so wird der ganze Inhalt bald innig vermengt, durchaus erwärmt, erweicht und in einen Zustand versezt seyn, in welchem er dem Stampfapparat übergeben werden kann. Die Thür i des Cylinders bleibt fortwährend offen, und in Folge der Rotation des Cylinders fallen die Materialien beständig in den Recipienten; und um dieses Herausfallen zu erleichtern, besizt der Cylinder eine etwas geneigte Lage.

Der zweite Haupttheil der Erfindung, nämlich der Stampfapparat, ist in den Figuren 24 und 25 dargestellt. Der Stampfer q, q, von bedeutendem Gewichte, hängt an einer Kette s und wird zwischen den Führungen r, r auf und nieder bewegt. Die Kette ist an die Rolle t, auf die sie sich windet, befestigt. Mit der Rolle t sizt an einer Achse |137| die kleinere Rolle u, von welcher aus ein Riemen v nach einer ähnlichen, an der Achse f befindlichen Rolle w läuft. Der Riemen v umschlingt die beiden Rollen v und w lose, läßt sich jedoch spannen, wenn man die Rolle x erhebt und gegen die untere Seite des Riemens andrükt. Die Rolle x sizt an dem kürzeren Ende eines um z drehbaren Hebels y, dessen anderes Ende durch eine Zwischenstange 1 mit einem Handhebel 2 verbunden ist. Wenn dieser Hebel, welcher bei 3 seinen Umdrehungspunkt hat, von dem Arbeiter niedergedrükt wird, so zieht er den längeren Arm des Hebels y mit sich herab, wodurch die an dem andern Ende des lezteren befindliche Rolle x gegen den Riemen v angedrükt und dieser fest um die Rollen u und w gespannt wird. Auf diese Weise wird die rotirende Bewegung unmittelbar der größeren Rolle t mitgetheilt, so daß sich nun die Kette s auf ihre Peripherie wikeln und das Gewicht oder den Stampfer in die Höhe heben kann. Ist der Stampfer auf die gehörige Höhe emporgehoben, so macht der Arbeiter den Riemen v durch Erhebung des Hebels 2 loker, worauf der Stampfer augenbliklich vermöge seines eigenen Gewichtes niederfällt. Hierauf drükt der Arbeiter den Handhebel wieder nieder und spannt dadurch den Riemen; alsbald steigt der Stampfer in die Höhe, um einen zweiten Schlag auszuüben. Eine der Führungen r, r ist mit einem Fanghaken 4 versehen, welcher nöthigenfalls herausgestoßen werden kann, um den Stampfer, wenn er nicht in Gebrauch ist, in der Höhe zu erhalten. Die Formen werden aus freier Hand, eine neben der andern, zwischen die Ständer unter den Stampfer gebracht und von dem Cylinder aus gefüllt; nachdem ihr Inhalt eine hinreichende Compression erfahren hat, werden sie wieder entfernt und durch andere ersezt. Sollte der Arbeiter das Niederdrüken des Hebels einmal vernachlässigen und eben dadurch die Anspannung des Riemens versäumen, so würde eine von dem oberen Theile des Stampfers hervorspringende Stange 5 den längern Arm des Hebels y erheben und dadurch ohne Beihülfe des Arbeiters den beabsichtigten Zwek erfüllen. Ein ähnlicher hervorspringender Arm kann an der andern Seite angeordnet werden, um an ein Glökchen zu schlagen und dem Aufseher ein Warnungszeichen zu geben, daß er den Riemen v nachzulassen habe.

Aus dieser Beschreibung erhellt, daß es der Arbeiter in seiner Gewalt hat, die Schläge auf jede beliebige Weise zu modificiren, von einer raschen Reihenfolge kleinerer Schläge an, bis zu einem oder zwei gewaltigen Schlägen.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Orte
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: