Titel: Ueber Boucherie's Holzconservationsprocesse.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 91, Nr. XCVI. (S. 363–371)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj091/ar091096

XCVI. Bericht über Boucherie's Holzconservationsprocesse; von Gueymard.

Aus den Annales des ponts et chaussées, 2. Sér. VI, p. 19–48 durch das polytechnische Centralblatt 1844, 5tes Heft.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Als im Jahre 1841 Boucherie's Versuche bekannt wurden, verabredete der Verf. (Ing. en chef des mines) mit dem Präfecten des Dept. de l'Jsère, Pellenc, Versuche in größerm Maaßstabe. Boucherie gab seine Zustimmung und versprach nähere Mittheilungen über die Resultate, welche er zu Toulon, wohin er sich damals behufs größerer Versuche begab, erhalten werde. Diese Berichte von B. blieben aus, und auf anderem Wege erfuhr man aus Toulon, daß nach den dortigen Versuchen sich allerdings auch der Vorzug des Drukverfahrens mit gefällten Stämmen und Klözen vor der Penetration ganzer Bäume bestätigt, aber zugleich ergeben habe, daß manche Hölzer das holzsaure Eisen, womit allein die Versuche angestellt wurden, nicht in den Kern eindringen ließen, namentlich Fichte, Tanne, Buche, Pappel und Eiche. Da nun gerade die Bewahrung des Kerns vor der Trokenfäule das Wichtigste ist, so sank durch diesen Bericht die Erwartung sehr. Nichtsdestoweniger wurden 800 Fr. zu Versuchen bewilligt, deren Resultate hier vorliegen.

Im Allgemeinen ergibt sich daraus, daß die Durchdringung der ungefällten Bäume durch die Saftcirculation ganz unpraktisch, dagegen die künstliche Durchdringung abgeschnittener Stämme und Klöze leicht auszuführen ist; serner, daß nicht alle Hölzer die Salzlösungen gleich gut eindringen lassen, so daß z. B. die Versuche mit Kirschbaum, Esche, italienischer Pappel und Zitterpappel ganz mißlangen, |364| Eiche und Nußbaum nur im Baste, nicht aber im Kerne, dagegen Platane, Linde, Erle, Buche, Weide, Pappelweide, Ulme, Birnbaum und Hainbuche sowohl im Bast als im Kerne vollständig durchdrungen wurden. Man bemerkte dabei, daß die zerfließlichen Salze, wie Chlorcalcium, weit leichter den Saft verdrängen, als das dikliche holzsaure Eisen, und daß daher Hölzer, welche dem holzsauren Eisen von vornherein den Eingang verweigerten, von demselben sehr gut durchdrungen wurden, nachdem man sie vorher mit Chlorcalcium behandelt hatte. Wenn man nach einander verschiedene Salzlösungen absorbiren läßt, so lassen sich mit manchen Hölzern, besonders Linde und Platane, marmorirte Färbungen erzeugen. Dagegen gelang nie eine Färbung des Holzes durch Pflanzenfarbstoffe, vielleicht weil die Saftbestandtheile darauf reagirten. — Alle Versuche zerfallen in zwei Hauptabtheilungen — Versuche mit Benuzung der Saftbewegung und Versuche mit Wasserdruk. Für die Versuche der ersten Classe wurde Boucherie's Methode sehr einfach dahin abgeändert, daß man, wie in Fig. 43 im Aufriß, Fig. 44 im Grundriß zu sehen ist, in gleichen Abständen rings um den Stamm mit einem 0,045 Meter diken Bohrer schräge, in der Achse des Baumes o convergirende Löcher E, F, G bohrte, welche demnach im Mittelpunkte communicirten und leicht von einer Oeffnung aus mit der anzuwendenden Salzlösung gefüllt werden konnten, ohne daß die Anwendung eines besondern Behälters oder einer Verkittung erforderlich war. — Für die Versuche der zweiten Classe wurden die Rundholzklöze von verschiedener Länge mit verschiedenen Aufsäzen versehen, je nach der Natur der Sache. Konnte man die Klöze stellen, so wurden sie am obern Ende entweder ganz einfach nach Boucherie mit einem erhabenen Bleirande versehen (I) oder, da in diesem Falle die Durchdringung sehr schlecht vor sich ging, nach Fig. 46 mit einer aufgesezten sphärischen Bleikappe A, B bedekt, welche durch ein Rohr mit einem Reservoir E, F in Verbindung stand (II). Wollte man dabei nur auf den Kern des Holzes und nicht auf den Bast wirken, so gab man der aufgesezten Bleikappe einen kleineren Durchmesser, als das Stammende Fig. 47 (III). Hatte man keinen Plaz, um die Stammklöze aufrecht zu stellen, so legte man sie horizontal, e, f, g, h in Fig. 45, und änderte den Auffüllungsapparat auf die aus Fig. 45 ersichtliche Weise ab (IV). Um übrigens nach Belieben den Bast und den Kern der Einwirkung aussezen zu können, dient am besten der Apparat Fig. 48, wo auf den Stammenden zwei concentrische Ringe angebracht sind; füllt man C, so wird nur der Kern durchdrungen; füllt man A, B, so wird nur auf den Bast gewirkt.

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A. Versuche mit Benuzung der Saftbewegung.

Erste Reihe, angestellt von Lagarde, Maire zu Herbeys bei Grenoble, vom 9. Mai bis 17. Junius 1842 mit im Freien stehenden Waldbäumen und holzessigsaurem Eisen in der oben angegebenen Art. Die Bäume waren: ein 3 Meter diker, 4,6 M. hoher Nußbaum; eine 1,5 M. dike, 10 M. hohe Eiche; eine 1,4 M. dike, 4 M. hohe Esche; ein 1,35 M. diker, 15,2 M. hoher Kirschbaum, und eine 1,55 M. dike, 20,1 M. hohe Linde. Das angewendete holzsaure Eisen hatte ursprünglich 14° Baumé, aber es wurde mit der Hälfte Wasser verdünnt. Die Bäume absorbirten folgende Flüssigkeitsmengen in Liter:

Datum. Nußbaum. Eiche. Esche. Kirschbaum. Linde.
9. Mai 14,0
10. 5,0 2,50 3,00 2,0 3,0
11. 3,0 1,50 0,75 1,0 1,5
12. 3,0 1,00 1,00 1,5 2,0
13. 2,0 1,00 1,00 2,0 2,0
14. 3,0 1,00 0,25 1,0 2,0
15. 2,0 1,00 0,75 1,5 2,0
16. 2,5 1,50 1,00 1,0 1,5
17. 2,5 1,00 1,00 1,0 1,5
18. 2,5 1,00 0,50 1,0 1,0
19. 3,0 0,75 1,00 1,0 1,5
20. 2,5 0,75 1,00 1,0 1,5
21. 2,5 0,50 0,50 1,0 1,5
22. 3,0 0,50 0,25 1,0 1,5
23. Mai —
17. Junius 79,5 34,00 15,00 14,0 42,5
Summa … 130,0 48,00 27,00 30,0 65,0

Eiche und Kirschbaum zeigten nach 8–10 Tagen eine vorübergehende Veränderung der Blätter, die andern Bäume nicht. — Nach dem Fällen zeigte sich die Linde vollständig durchdrungen und der Kern war grauschwarz marmorirt, während der Bast noch seine reine weiße Farbe hatte. Dagegen zeigte sich bei den andern vier Bäumen das Holz nur 2–3 Decim. über die Vohrlöcher hinauf schwarz gefärbt, weiter oben ganz unverändert, und es war unerklärlich, wo die absorbirten Flüssigkeitsmengen hingekommen sind, besonders beim Nußbaume.

Zweite Reihe, angestellt von Gueymard:

1) Eine junge kräftige Platane absorbirte vom 14. Mai bis 20. Junius 37 Liter unverdünnten holzsauren Eisens von 14° B. |366| Die Blätter fingen vom 14. Junius ab etwas zu welken an, blieben aber doch bis zum Herbste lebendig. Im December wurde der Stamm gefällt. Er war von den Wurzeln bis in die Zweige, im Kern und im Bast, total durchdrungen und grauschwarz marmorirt, sehr hart und dicht und den besten harten Hölzern bei der Verarbeitung gleich.

2) Eine gesunde junge italienische Pappel absorbirte vom 14. bis 30. Mai im Ganzen 12 Liter. Die Blätter fielen bis zum 25. Mai fast total ab, aber vom 15. bis 30. Jun. bildete sich eine ganz neue Laubbedekung. Die Flüssigkeit in den Löchern schäumte während des Versuchs sehr und schien sich zu zersezen. Der Baum wurde den 20. Julius gefällt und zerschnitten. Bis auf 1,5 Meter Höhe zeigten sich Holz und Bast unregelmäßig blaßgrau marmorirt, weiter hinauf unverändert.

3) Am 14. Mai wurde eine Anzahl Zweige von Weiden, Pappelweiden, Erlen und Eschen abgeschnitten und bis auf die lezten Kronen ihrer Aestchen und Blätter beraubt, dann aber unter einander gemengt in drei Fässer aufrecht stehend vertheilt, deren erstes holzsaures Eisen von 14° B., das zweite Eisenvitriollösung von 14° B., das dritte Glaubersalzlösung von 14° B. enthielt. Während der ersten Tage war die Absorption überall sehr lebhaft, später immer langsamer. Am 5. Junius hatten sich alle Zweige bis zur Spize vollgesogen und wurden herausgenommen. Nun wurde der Versuch mit Platanen zweigen wiederholt und dabei außer den drei erwähnten Gefäßen noch eines mit Chlorcalcium angewendet. Am 15. Junius hatten sich die Zweige in allen vier Gefäßen bis zu den Spizen gesättigt, und auf den Blättern erschienen Efflorescenzen von schwefelsaurem Natron in dem dritten Gefäße. Das Holz aller Zweige war hart und fest geworden. Man troknete sie in der Sonne und verbrannte sie dann in einem Haufen. Die Verbrennung ging sehr langsam vor sich, das Holz verkohlte sich, brannte aber schlecht und wenig lebhaft.

Dritte Reihe, angestellt von Hrn. Laforte zu Brignoux, vom 19. Mai bis 5. Julius, durchaus mit holzsaurem Eisen:

1) Ulme. Der Baum war so saftreich, daß sich die Bohrlöcher gleich mit Saft erfüllten und vor Beginn des Versuchs entleert werden mußten. Man goß nun 2 Liter holzsaures Eisen in die Bohrlöcher, aber nach 48 Stunden hatte noch keine Absorption stattgefunden und ein weißer Schaum quoll zu den Löchern hervor. Man reinigte die Löcher wieder und füllte sie von neuem, und wiederholte dieß viermal. Die Absorption blieb so gut wie Null.

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2) Italienische Pappel. Sie gab eben so negative Resultate wie die Ulme.

3) Pappelweide (peuplier de pays). Auch hier machte im Anfange der zufließende Saft Schwierigkeit, später wurden 5 Liter holzsaures Eisen absorbirt; der Baum verlor anfangs die Blätter, bekam sie aber während der Behandlung wieder.

4) Erle. Ein nicht starker Baum absorbirte ohne Schwierigkeit 7,75 Liter; das Laub blieb unverändert. Nach dem Fällen zeigte sich das Holz im untern Theile dunkel gefärbt, nach Oben zu blässer.

5) Zitterpappel (tremble); absorbirte 8,8 Liter, verlor anfangs die Blätter, bekam sie aber später wieder; nach dem Fällen zeigte sich das Holz nur in der Nähe der Bohrlöcher merklich gefärbt, weiter hinauf nicht.

6) Weide. Ein kleiner Baum absorbirte 4,5 Liter; die Vegetation litt nicht. Das ganze Holz bis in den Wipfel färbte sich.

7) Platane. Ein starker Baum absorbirte 40 Liter; die Vegetation wurde nur vorübergehend gestört; nach dem Fällen zeigte sich das Holz des ganzen Baumes stark gefärbt, aber der Bast nicht, weil die Flüssigkeit mit ihm nicht in Berührung gekommen war.

8) Esche. Ein schwacher Baum absorbirte ohne Störung der Vegetation 14,5 Liter. Nach dem Fällen zeigte sich das Holz überall gesund, aber nirgends gefärbt, so daß das unerklärliche Verschwinden des Eisensalzes auch hier eingetreten ist.

9) Birnbaum. Ein schwacher, 40 Jahre alter, nur 1,5 M. im Stamme hoher Birnbaum absorbirte 14,5 Liter; die Blätter färbten sich dunkler und fielen zum Theil ab. Nach dem Fällen zeigten sich Stamm, Wurzeln und Zweige schwarz gefärbt. Das Holz war sehr dicht und hart, verbrannte sehr schwierig und langsam, schien aber, mit einem Stük unveränderten Birnbaumholzes von gleichem Alter verglichen, etwas an Festigkeit verloren zu haben.

Zieht man den kubischen Inhalt der geprüften Bäume in Rechnung, so findet sich aus obigen Versuchen, daß

1 Kubikmeter Birnbaum absorbirt 362 Liter,
1 Platane 88
1 Esche 85
1 Weide 32
1 Zitterpappel 35
1 Erle 25
1 Pappelweide 19
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B. Versuche mit Wasserdruk an gefälltem Holze.

Erste Reihe, angestellt von Gueymard:

1) Lindenholz, gefällt am 25. Junius 1842. a) Ein 0,83 Meter hoher, 0,2 M. diker Kloz, unter Anwendung des Apparates Nr. I, welcher vom 27. Junius bis 8. Julius mit holzsaurem Eisen gefüllt erhalten wurde. Im Ganzen wurden 4,8 Liter consumirt. Das Holz war durchaus schwarzgrau marmorirt.

b) Ein Kloz von 0,83 Meter Höhe und 0,2 M. Dike wurde unter Anwendung des Apparates II (Fig. 46) mit Chlorcalciumlösung während eines Tages behandelt; es wurde 1,3 Liter consumirt; man ersezte nun die Chlorcalciumlösung durch holzsaures Eisen. Bis zum 4. Julius (in 7 Tagen) wurden 5,5 Liter consumirt. Das Holz zeigte sich durch und durch marmorirt, auch der Bast.

c) Ein 0,83 Meter hoher, 0,16 Meter diker Kloz wurde unter Anwendung des Apparates Nr. I mit Eisenvitriollösung von 16° B. behandelt. In 8 Tagen wurden 3,46 Liter consumirt. Darauf ließ man noch 24 Stunden lang eine Lösung von Blutlaugensalz einwirken. Als man nach dem Troknen das Holz zerschnitt, zeigte es sich durchaus dunkelblau marmorirt.

d) Ein 0,83 Meter hoher und 0,177 M. starker Kloz wurde erst 8 Tage lang mit Chlorcalciumlösung behandelt, wovon er fast 6 Liter consumirte; 4 Tage später goß man eine Lösung von kohlensaurem Natron auf und ließ diese 4 Tage einwirken. Das Holz hatte seine Farbe nicht verändert; es enthielt kohlensauren Kalk und Chlornatrium.

2) Hainbuche (Charme), am 27. Junius gefällt, a) Ein 0,83 Meter hoher und 0,167 M. starker Kloz wurde mit einer Abkochung von 200 Gram. Alaun und 200 Gr. Campecheholz 3 Tage lang im Apparate Nr. I behandelt. Die ganze Lösung wurde absorbirt. Das getroknete Holz war härter geworden, zeigte aber keine Spur von Färbung.

b) Ein 0,83 Meter hoher und 0,217 M. diker Kloz wurde im Apparate Nr. II behandelt; man ließ erst 1,3 Liter Chlorcalciumlösung absorbiren, dann während 5 Tagen 4,87 Liter einer Eisenvitriollösung, endlich während 3 Tagen eine Auflösung von 600 Gr. kohlensaurem Natron. Das Holz erschien durchaus schwärzlichgrau marmorirt; es enthielt Chlornatrium und kohlensaures Eisen.

c) Ein 0,83 Meter hoher und 0,183 Meter diker Kloz wurde 3 Tage lang im Apparate Nr. I mit einer Abkochung von 100 Gr. Brasilienholz und 100 Gr. Alaun behandelt. Das getroknete Holz war sehr hart, aber durchaus nicht röthlich gefärbt.

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d) Ein 0,83 Meter hoher und 0,16 M. diker Kloz wurde wie vorhin mit einer Abkochung von 100 Gr. Krapp und 100 Th. Alaun behandelt. Das Resultat war dasselbe.

e) Ein 0,83 Meter hoher und 0,167 M. diker Kloz absorbirte in 2 Tagen eine Auflösung von 200 Gr. Kupfervitriol, und darauf eine Lösung von 100 Gr. arseniksaurem Kali. Ein Spalt führte viel Flüssigkeit seitwärts ab, daher wurde das Holz auch nur schwach grünlich gefärbt.

f) Ein 0,83 Meter hoher und 0,147 M. diker Kloz absorbirte erst eine Lösung von 100 Gr. Blutlaugensalz und dann eine Lösung von Eisenvitriol. Das Holz erschien schön blau marmorirt, besonders stark nach der Mitte zu.

3) Eiche. a) 0,8 Meter hoch, 0,4 M. dik, vor 3 Monaten gefällt. Apparat Nr. III. Holzsaures Eisen wollte nicht eindringen. Man nahm Chlorcalciumlösung; in 11 Tagen wurden 9 Liter absorbirt; die Flüssigkeit lief am andern Ende farblos ab.

b) 0,8 Meter hoch, 0,22 M. dik; vor 2 Tagen gefällt. Apparat Nr. II. In 5 Tagen wurden 7 Liter absorbirt. Das Holz hatte sich nur im Baste gefärbt.

c) 0,8 M. hoch, 0,217 M. dik; Apparat I. Man ließ erst 4,45 Liter Chlorcalcium absorbiren und dann kohlensaures Natron. Nach dem Troknen und Zerschneiden erschien der Bast gut durchdrungen; aber es ließ sich nicht nachweisen, ob auch das Holz durchdrungen war.

d) 0,8 Meter hoch, 0,21 M. dik; Apparat I. Man ließ erst 300 Gr. Kupfervitriol absorbiren und dann kohlensaures Natron. Das Holz zeigte sich nur in der Gegend des Bastes marmorirt.

Obgleich diese Versuche zeigen, daß der Bast der Eiche viel leichter durchdrungen wird als der Kern, so sind sie doch nicht unwichtig, da sie ein Mittel an die Hand geben, die äußeren Theile der Eichenstämme eben so hart zu machen wie den Kern.

4) Platane, am 5. Julius gefällt. a) 1,25 M. hoch, 0,217 dik; Apparat I. Erst Kupfervitriol, dann arseniksaures Kali; beide wurden gut absorbirt; das Holz erschien gleichmäßig grün marmorirt.

b) 1,0 M. hoch, 0,213 dik; in 3 Tagen wurden 10 Liter Chlorcalciumlösung absorbirt; das Holz war gleichmäßig gesättigt, röthlich gefärbt und hart.

c) 1,35 M. hoch, 0,2 dik; Apparat II. Erst wurden 7,8 Liter Chlorcalcium, dann 2,6 Liter kohlensaures Natron absorbirt; das Holz erschien gleichmäßig durchdrungen, ungefärbt.

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d) 0,43 M. hoch, 0,267 dik; Apparat I. Man ließ erst Kupfervitriol und darauf kohlensaures Natron absorbiren; das Holz erschien durchaus gleichmäßig grün marmorirt.

e) 1,25 M. hoch, 0,4 dik; Apparat II; erst Alaunlösung, dann kohlensaures Natron; die Durchdringung war gleichmäßig, das Holz sehr hart.

f) 0,4 M. hoch, 0,207 dik; Apparat I; erst schwefelsaures Natron, dann essigsaures Blei; gleichmäßige Durchdringung, Vermehrung der Härte, keine Färbung.

g) 1,3 M. hoch, 0,477 dik; Apparat III (Fig. 47); erst wurden 600 Gr. krystallisirter Eisenvitriol und darauf 200 Gr. Blutlaugensalz absorbirt; der ganze Kern war schön blau marmorirt, der Bast rein weiß.

h) 1,1 M. hoch, 0,323 dik; erst essigsaures Blei, welches rasch durchging, dann chromsaures Kali; das Holz wurde nur schwach gelblich.

i) 1,05 M. hoch, 0,283 dik; erst Eisenvitriol, dann kohlensaures Natron; das Holz wurde gleichmäßig grau marmorirt.

k) 0,95 M. hoch, 0,267 dik. Ein Decoct von Alaun und Sandelholz wurde gut absorbirt; das Holz wurde hart, aber färbte sich nicht.

5) Pappelweide, am 6. Julius gefällt. In einem Versuche wurde holzsaures Eisen, in einem andern Chlorcalcium mittelst des Apparates Nr. I angewendet. In beiden Fällen war die Durchdringung ganz gleichförmig und das Holz erlangte die Härte und das Ansehen harter Hölzer.

6) Weide, am 6. Julius gefällt. Zwei ganz gleiche Versuche hatten dasselbe günstige Resultat, wie bei der Pappelweide.

7) Nußbaum, vor einem Monate gefällt; 0,8 M. hoch, 0,44 Meter dik. Apparat II. Erst ließ man in 2 Tagen 5 Liter Chlorcalcium absorbiren, dann in 6 Tagen 3,25 Liter holzsaures Eisen, endlich in weiteren 6 Tagen ein Galläpfeldecoct. Nach dem Troknen zeigte sich nur der Bast dunkelgrauschwarz gefärbt, das Holz aber kaum verändert.

8) Ulme; 8 M. lang, 0,8 M. dik; Apparat IV, so daß die Calotte rings um den Bast frei liegt. In 9 Tagen wurden 42,5 Liter Chlorcalcium absorbirt; der Saft lief am andern Ende in der Mitte schnell ab, zulezt kam nur Chlorcalciumlösung. Man ließ darauf 7 Liter kohlensaures Natron absorbiren (in 17 Tagen). Nach 14 Tagen wurde der Stamm zersägt. Man fand im Centrum einen |371| Canal, der das rasche Durchlaufen erklärt. Holz und Bast hatten ganz verschiedene Färbung.

9) Esche; 7 Meter lang, 0,3 Meter dik; Apparat IV, wie vorhin. Es wurde 6 Tage lang Chlorcalcium aufgegossen, aber nichts absorbirt.

10) Erle; 3 M. lang, 0,3 M. dik; Apparat II, mit 1,24 M. Drukhöhe. Chlorcalciumlösung, im Ganzen 40 Liter, ging rasch durch. Bis zum dritten Tage erschien nur Saft. am andern Ende; dann kam das erste Salz und die Flüssigkeit reagirte von neuen, alkalisch. Nach 7 Tagen nahm man kohlensaures Natron und ließ auch 16 Liter durchgehen. Das Holz zeigte sich nach dem Troknen gleichmäßig mit kohlensaurem Kalk imprägnirt.

Zweite Reihe, vom Capit. Pelissier am Arsenal zu Grenoble angestellt:

1) Buche: a) 2,6 M. lang, 0,33 M. dik; denselben Tag gefällt. Apparat II. Erst Chlorcalcium, dann holzsaures Eisen. Das Holz zeigte sich sehr gut gefärbt; 4 Knoten hatten die Flüssigkeit aufgehalten und eine bandartige Streifung verursacht.

b) 1,8 M. lang, 0,34 dik; den Tag vorher gefällt. Apparat II. Man ließ 1 Kilogr. Kupfervitriol absorbiren. Am 4. Oktbr. wurde das Holz zersägt; das Centrum war nicht durchdrungen, aber der Rest gleichmäßig grün gefärbt.

c) 1,75 M. lang, 0,36 dik; vor 4 Tagen gefällt; erst Alaunlösung, dann Alaun und holzsaures Eisen. Das Holz war, mit Ausnahme des innersten Kernes, grünlich gefärbt.

d) 2,0 M. lang, 0,38 dik, vor 3 Tagen gefällt; wurde mit dem dünnen Ende nach Oben aufgestellt; das holzsaure Eisen drang anfangs langsam, später sehr gut ein. Die Durchdringung war vollständig; auch hier hatten Knoten bandartig gestreifte Stellen erzeugt.

2) Ulme. Ein 2,0 M. langes und 0,33 M. dikes Stük wurde mittelst des Apparates II unter 1,4 M. Drukhöhe von holzsaurem Eisen sehr gleichmäßig und vollständig durchdrungen.

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