Titel: Locqueneux's Rübenzukerfabrik.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 91, Nr. XXII./Miszelle 11 (S. 87–88)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj091/mi091022_12

Locqueneux's Rübenzukerfabrik.

In der Zukerfabrik des Hrn. Locqueneux im Dorfe Marly bei Valenciennes, sagt der daselbst erscheinende Impartial wird durch das von Hrn. Archbald befolgte Verfahren der Saft nicht nur entfärbt, sondern auch vollkommen rein und hell. Andererseits bedarf man bei weitem nicht so viel Kalk wie gewöhnlich, jedermann aber weiß, daß Kalk im Uebermaaß dem Saft sehr schädlich ist. Mittelst des von Hrn. Archbald benuzten Ingrediens erhält sich der zum Abdampfen des Safts dienende Degrand'sche Condensator vollkommen rein, während nach der alten Vorschrift behandelter Saft auf den Röhren des Condensators eine dike Schicht absezte, welche die Abdampfung erschwerte, wenn nicht ganz verhinderte. Das Archbald'sche Ingrediens ist keineswegs ein bloß die Entfärbung beförderndes Salz, sondern vielfältige Erfahrung ergab, daß der damit präparirte Saft bis zum lezten Moment sein alkalisches Princip beibehält. Auch behält er, bis auf 39° Baumé abgedampft, ohne Filtrirung seine Reinheit und Klarheit, während er nach der alten Manipulation schon bei 27° Baumé trübe wird. — Der aus diesem Saft bereitete Zuker ist ganz schön und bedarf des Dekens mit Zukersyrup nicht, um die vierte feine Sorte zu geben; endlich ist er so rein als der raffinirte Zuker vor dem Bleichen; er kann daher, einmal gebleicht, sogleich in den Handel gebracht werden. Der in der alten Pfanne mit luftverdünntem Raume gehörig verkochte Saft wird in 110 Pfd. Saft fassende Formen gebracht. Nach dem gewöhnlichen Verfahren gaben diese 110 Pfd. nur 50–55 Pfd. fertigen Zuker; hier werden 70–74 Pfd. bis zum Deken raffinirter Zuker erhalten, und zwar bedarf es hiezu nur einmaligen Verkochens. Was in der Melasse an krystallisirbarem Zuker allenfalls noch zurükblieb, wird durch wiederholtes Verkochen noch in schönen Krystallen gewonnen, worüber man sich nicht verwundern wird, wenn man weiß, daß die Melasse beinahe ganz dem Klärsel gleicht. Kurz, Hr. Archbald gewinnt durch. |88| Eine Kochung mehr Zuker aus dem Runkelrübensaft als früher durch 4–5 Kochungen daraus gezogen wurden. Es wird folglich an Brennmaterial, Knochenkohle und Fett sehr viel erspart, was den Preis der Archbald'schen Ingrediens reichlich ausgleicht. Endlich gaben die frühern wiederholten Kochungen einen immer schlechteren Zuker, was hier nicht der Fall seyn kann, da man gleich bei der ersten Kochung 70 Procent ganz raffinirten Zuker erhält. (Moniteur industriel 23. Nov. 1843.)

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