Titel: Verfahren, den Saft der Himbeeren ohne Zuker jahrelang aufzubewahren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 91, Nr. XXII./Miszelle 12 (S. 88)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj091/mi091022_13

Verfahren, den Saft der Himbeeren ohne Zuker jahrelang aufzubewahren.18)

Der Umstand, daß man oft in der Zeit der Reife der Himbeeren nicht genau den Verbrauch des Saftes für ein Jahr zu bestimmen weiß, oder daß man sich in Mißjahren nicht mit einem hinlänglichen Quantum der Früchte versehen kann, veranlaßt mich ein Verfahren mitzutheilen, wonach man sich in Zeiten, wo die Ernte ergiebig ausfällt, den Saft auf mehrere Jahre in Vorrath bereiten und aufbewahren kann.

Bei der Bereitung des Himbeersaftes lasse ich die zuvor zerquetschten Früchte während 3–4 Tagen in einem Topfe im Keller stehen, damit sich bei der beginnenden Gährung die Schleimtheile ausscheiden, wodurch auch beim Auspressen die Ausbeute an Saft ergiebiger ausfällt. Den ausgepreßten Saft läßt man während 24 Stunden in der Kühle stehen, worauf man ihn durch Flanell klar abgießt. Nun wird er auf Krüge oder Flaschen von starkem Glas gefüllt, die man mit einem Korkstöpsel leicht bedekt, und diese lezteren werden nun in einem geräumigen Kessel aufs Feuer gesezt, nachdem man auf den Boden des Kessels zuvor eine Schicht Stroh und so viel Wasser gebracht hat, daß die Krüge nicht in die Höhe gehoben werden. Es ist zwekmäßig, die Gefäße zuvor mit Stroh zu umwikeln oder doch die Zwischenräume mit solchem auszufüllen, um ein durch das Sieden des Wassers veranlaßtes Zusammenstoßen zu verhindern. Man erhizt nun so lange, bis der Saft in den Krügen oder Flaschen zu kochen anfängt, was man an dem zwischen den Pfropfen herausquellenden Schaum bemerkt. — Auf diese Art läßt man den Saft während ungefähr ¼ Stunde kochen, worauf man die Flaschen fest verkorkt, verbindet und verpicht.

Ein auf solche Art bereiteter Saft, dem durch die Siedhize die jede Gährung bedingenden Gasarten entzogen sind, hält sich, wie ich mich schon zur Genüge überzeugt habe, mehrere Jahre ohne zu verderben, und liefert mit Zuker, durch einmaliges Aufkochen, einen Syrup, der dem aus frischem Saft bereiteten in keiner Weise nachsteht. Welti. (Schweiz. Gew. Bl. 1843. S. 415.)

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Die Appert'sche Methode, Früchte u. s. w. einzumachen, wird vom Verfasser zum erstenmal so viel uns bekannt ist, auf die Bereitung der Fruchtsyrupe angewendet; ohne Zweifel eine nüzliche, und unter sorgsamer Beachtung der Vorschrift im Erfolg sichere Notiz für hauswirthschaftliche Technik.

Die Red. des Schw. Gew.

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