Titel: Kagenbusch's Verfahren den Alaunschiefer mittelst Torf zu rösten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 91, Nr. XXII./Miszelle 3 (S. 83–84)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj091/mi091022_4

Kagenbusch's Verfahren den Alaunschiefer mittelst Torf zu rösten.

Der Alaunschiefer wird nach dem Verfahren, welches sich Peter Kagenbusch, Färber aus preuß. Westphalen, in England patentiren ließ, zuerst in kleine Stüke zerbrochen (wie man sie gewöhnlich zum Rösten anwendet), aus welchen man dann einen Haufen macht, den man während seiner Bildung beständig mit Wasser befeuchtet, worauf man ihn oben und an den Seiten sorgfältig mit Thon bedekt, so daß die Gase, welche sich während der Zersezung der Schwefelkiese entwikeln, nicht entweichen können. In diesem Zustande läßt man die Haufen drei bis acht Monate lang, je nach der Menge des Schiefers; solcher, welcher viel Schwefelkies enthält, muß desto länger und ganz dicht zugedekt in Haufen bleiben. Es haben sich dann die schwefelsaure Alaunerde und andere Salze gebildet, welche man auf gewöhnliche Weise auslaugt. Hierauf röstet man den Schiefer in Oefen, welche 7 bis 8 Fuß breit, 6 Fuß hoch und 36 Fuß lang sind; am Grunde der Ofenwände sind auf allen Seiten beiläufig 3 Fuß von einander entfernte Luftlöcher angebracht. Als Brennmaterial kann man Holz oder Steinkohlen anwenden; am vortheilhaftesten aber ist Torf. Man macht von lezterem auf der Sohle des Ofens eine Lage von beiläufig 1 Fuß Dike und zwar wird der Torf auf die Kante gesezt und so angeordnet, daß die Luft durch den Ofen circuliren kann. Auf den Torf wird dann der ausgelaugte Alaunschiefer 2 bis 3 Fuß hoch aufgeschichtet, worauf man den Torf anzündet und die Verbrennung durch die Luftlöcher so regulirt, daß sie möglichst langsam geschieht. Bei vorschreitender Verbrennung senkt sich die Masse im Ofen und bald fangen Gasarten an sich zu entwikeln. In diesem Augenblik muß der Ofen weiter aufgefüllt werden. Diese weitere Beschikung mit vorbereitetem Schiefer kommt durch die unter ihr befindliche in Brand und wird auf diese Art allmählich geröstet, so daß man wieder das Entweichen von Gasen bemerken kann. So wird der Proceß |84| fortgeführt, bis der Ofen aufgefüllt ist, worauf man denselben mit Thon zudekt und auch die Luftlöcher zustopft, damit keine Gase austreten können. Nachdem so die Verbrennung aufgehalten ist, läßt man den Ofen beiläufig drei Tage geschlossen und wenn beim Oeffnen desselben an irgend einer Stelle keine Gase entweichen, ist der Proceß beendigt und der gebrannte oder geröstete Alaunschiefer oder Alaunstein wird auf gewöhnliche Weise, etwa mit Zusaz von Kelp, ausgelaugt.

Den ausgelaugten Schiefer kann man zur Fabrication künstlicher Puzzolane und hydraulischen Cements benuzen; dazu zerbricht man ihn in Stüke, welche durch ein Sieb mit Maschen von einem Viertelszoll gehen, worauf man ihn auf einer rothglühenden Eisenplatte bei vollem Luftzutritt calcinirt, dann pulverisirt und als Puzzolane verwendet. Behufs der Cementbereitung wird der ausgelaugte Schiefer mit 40 bis 70 Proc. gebranntem Kalk gemengt und gemahlen, dann in Ziegel geformt, welche man in einem Kalkofen brennt. (Repertory of Patent-Inventions, Oktbr. 1843, S. 235.)

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