Titel: Ueber die Anwendung des Kreosots zur Erhaltung des Fleisches und der Fische.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 91, Nr. XXII./Miszelle 6 (S. 85)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj091/mi091022_7

Ueber die Anwendung des Kreosots zur Erhaltung des Fleisches und der Fische.

Das Kreosot ist bekanntlich eine der fäulnißwidrigsten Substanzen. Um sich desselben zur Aufbewahrung thierischer Substanzen zu bedienen, sezte man dieselben entweder dem Rauche eines Holzfeuers aus, wovon das Kreosot ein Bestandtheil zu seyn scheint, oder man legte sie eine gewisse Zeit lang in einige Tropfen Kreosot enthaltendes Wasser. Der eigenthümliche Geruch und Geschmak des geräucherten Fleisches, welchen sie dadurch erhalten, ist aber sehr vielen Leuten nicht angenehm, und wird durch folgendes Verfahren ganz vermieden, auf welches Hr. D. Stenhouse im Sommer 1842 kam, wo das frische Fleisch sich kaum ein paar Tage aufheben ließ. Er sezte einen Teller mit Kreosot unmittelbar unter jedes Stük aufgehangenen Fleisches und umhing es nebst dem Teller mit einem Tuch. Die dadurch gebildete Kreosot-Atmosphäre schüzte das Fleisch vor Fäulniß und erhielt es drei bis vier Tage länger frisch. Noch schneller entwikelten sich die Dämpfe, wenn der Teller vor Aufgießen des Kreosots etwas erwärmt wurde; hängt man endlich das Fleisch in einem hölzernen Kasten oder in einem irdenen Topf mit Dekel auf, so ist der Erfolg noch besser. Ein Mezger, welcher dieses Verfahren im Großen anwandte, fand dasselbe sehr bewährt. Das Fleisch zeigt gekocht nicht den geringsten Geruch oder Geschmak. Auch von den Fliegen befreit es das Kreosot vollkommen. Eine Portion Kreosot kann mehrere Wochen benuzt werden; mit der Zeit aber verliert es viel von seinem Geruch und bildet eine Art Harz. (Echo du monde savant, 1843, No. 43.)

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