Titel: Neue Art Schiffdampfkessel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 91, Nr. LXIII./Miszelle 1 (S. 240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj091/mi091063_1

Neue Art Schiffdampfkessel.

Man sieht seit einem Jahre auf der Themse Dampfboote mit einer, wenigstens was die Dampfschifffahrt betrifft, neuen Art Dampfkessel; man scheint dieselben auch für die seefahrenden Schiffe einführen zu wollen. Das Wenige, was über dieselben zur Zeit mitgetheilt werden kann, ist folgendes. Die erwähnten Kessel sind röhrenförmig, wie bei den Locomotiven, d. h. die Heizröhren und Feuercanäle, durch welche der Rauch entweicht, bestehen, wie bei den Locomotiven aus einer Menge Röhren, während der Feuerraum seine bisherige Form bei Dampfschiffen ziemlich beibehält. Diese Kessel, viel dauerhafter als die gewöhnlichen, so wie die Kästen, Mäntel, Feuerräume etc. sind von besonders starkem Eisenblech und die Wände und Kanten überall sehr gut mit einander verbunden. — Dieses System gestattet die Anwendung eines höhern Dampfdruks als bisher, ohne Vergrößerung der Gefahr und folglich die volle Entwiklung des Expansionssystems, es wird hierdurch an Brennmaterial wie an Raum viel erspart; von lezterm erfordern diese Kessel nicht die Hälfte. Es bieten sich hier zwei Einwürfe dar; die Siederöhren dürften sich nämlich bald mit einer Kruste bedeken und der Ruß sich in den Feuercanälen anhäufen. Allein die Kruste hängt dem Messing nicht so fest an, wie dem Eisen, und selbst bei eisernen Röhren wird die zum Reinigen des Kessels von dem concentrirten, salzbeladenen Wasser dienende Pumpe die Bildung bedeutender Krusten verhindern; so wie auch die Einführung von Walliser Steinkohlen, wenigstens in England hoffen läßt, daß sich nicht bedeutend viel Ruß in den Feuercanälen absezen wird; übrigens könnte derselbe auch leicht entfernt werden, indem man am Vordertheil des Kessels eine Thür anbrächte, durch welche man an diese Canäle gelangt. Den HHrn. Miller und Ravenhill (den Erfindern der im polytechnischen Journal Bd. LXXXVII S. 6 besprochenen compendiösen Schiffdampfmaschnie) verdankt man diese Dampfkessel, die sich bereits an dem „Blakwall“ und „dem Prinzen von Wales“ befinden und auch an dem im Bau begriffenen „Infernal“ angebracht werden sollen, mit welchem leztern ein entscheidender Versuch über die Anwendbarkeit dieser Dampfkessel zur See angestellt werden wird. (Moniteur industriel 1843 Nr 783.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: