Titel: Durand über die gepreßten Kupferwaaren von Fugére in Paris.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 91, Nr. LXIII./Miszelle 3 (S. 241)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj091/mi091063_3

Durand über die gepreßten Kupferwaaren von Fugére in Paris.

Die Kunst, aus Kupferblech Gegenstände auf Stoßmaschinen zu pressen, welche sehr beträchtliche Erhöhungen und Vertiefungen darbieten und große räumliche Dimensionen haben, verdankt dem Fabrikanten Fugère eine sehr bedeutende Entwiklung. In dem Umfang, in welchem sie gegenwärtig ausgeübt werden kann, ist es ihr wegen ihrer mannichfachen Vortheile möglich, vor der Anwendung des Bronze- und Eisengusses in vielen Fällen, und vor den galvanoplastischen Processen fast durchgehends mit alleiniger Ausnahme der Fälle, wo Kunstgegenstände treu copirt werden sollen, den Vorzug zu behaupten, da ihre Erzeugnisse mit geringstem Zeit- und Geldaufwande und in einem verhältnißmäßig geringen Gewichte angewendet werden können.

Die Möglichkeit, Kupferblech in vertiefte Formen zu pressen, beruht bekanntlich auf der Hämmerbarkeit des Kupfers; allein es ist durch diese Eigenschaft auch der Anwendung des Processes eine Gränze gesezt, da, wenn das Metall an einer Stelle zu stark angestrengt wird, leicht eine Trennung seiner Theile erfolgt, vor wiederholter Anwendung desselben Processes muß dann bekanntlich ein Ausglühen erfolgen. Diese Eigenthümlichkeit des Kupfers und das Erforderniß, den Erzeugungsproceß möglichst zu beschleunigen, haben zu der Anwendung mehrerer Maßregeln geführt, von deren richtiger Anwendung das Gelingen des ganzen Processes abhängt. Um das Blech nicht gleich anfänglich in eine zu tiefe Form zu pressen, hat man Bleimassen in dieselbe gegossen, welche nach jedem Druke durch kleinere und kleinere zu ersezen sind; der dazu gehörige Kern wird aber entsprechend stumpf hergestellt. Da dieß jedoch einen großen Zeitaufenthalt verursacht, so hat man anfänglich eine größere Anzahl übereinander gelegter Platten gleichzeitig gepreßt, welche weniger nachgeben, und je mehr sich die Platten der Form nähern und geeignet werden die feineren Modificationen der Form anzunehmen, eine desto geringere Anzahl von Platten hat man gleichzeitig behandelt. Bei Behandlung einzelner Platten hat man ferner da, wo die Gefahr des Reißens am größten war, kleine Blechstüke (chemises) allein aufgelegt, um die betreffende Stelle zu schüzen.

Um endlich die äußerste Schärfe in allen Einzelheiten zu erlangen, eine größere, als der leicht stumpf werdende und sich nicht in alle Vertiefungen einlegende Bleikern erlaubt, kann man sich des sehr einfachen Mittels bedienen, den Bleikern mit etwas Wasser zu überziehen, welches die erforderliche Beweglichkeit besizt, das Kupferblech in alle noch so feinen Abtheilungen der Matrize einzupressen.

Große architektonische Verzierungen, aus Kupferblech gepreßt, enthält die erste Galerie des Thèâtre italien zu Paris, so wie auch andere größere Gebäude der neuern Zeit. (Aus dem Bull. de la Soc. d'encourag. 1843, Sept. S. 428 im polytechn. Centrlbl 1844, 2tes Heft.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: