Titel: Auf galvanischem Wege vergoldeter, versilberter oder verkupferter Tüll.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 91, Nr. LXIII./Miszelle 7 (S. 247–248)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj091/mi091063_7

Auf galvanischem Wege vergoldeter, versilberter oder verkupferter Tüll.

In England werden jezt die feinsten Spizen galvanisch vergoldet und versilbert. Die Entstehung dieses neuen Erzeugnisses der Galvanoplastik verdankt |248| man folgenden Umständen. Bekanntlich findet bei der von Smee construirten constanten galvanischen Batterie aus amalgamirten Zink- und Platin- oder Silberplatten während ihrer Thätigkeit Entwikelung von Wasserstoffgas an der Platinplatte statt; die Gasblasen bleiben mitunter daran hängen und veringern somit die Wirkung. Diesem Uebelstand abzuhelfen hat Hr. Prof. Grove vorgeschlagen, statt der Platin- oder Silberplatte ein Gewebe von Silberdraht (platinisirt) anzuwenden, weil dann das Gas durch die Maschen des Gewebes leichter entweichen kann. Aber theils die Schwierigkeit sich solches Gewebe zu verschaffen, theils der Kostenpunkt brachten Hrn. Philipps auf den Gedanken den sogenannten galvanoplastischen Tüll zu bereiten.

Man verfertigt denselben folgendermaßen: ein Stük Tüll wird in geschmolzenes Wachs getaucht und der Wärme ausgesezt, damit das Wachs gehörig eindringt; den überflüssigen Theil desselben beseitigt man dadurch, daß man das Stük Tüll in noch heißem Zustande zwischen Löschpapier auspreßt. So vorgerichtet bekömmt der Tüll einen Ueberzug von Graphit und kann dann verkupfert, vergoldet und versilbert werden. Zum Gebrauch in der oben erwähnten Batterie wird der Tüll verkupfert, versilbert und dann platinisirt. Je feiner der Tüll ist, desto tauglicher ist er, weil er mehr Oberfläche darbietet. Außer diesem Zwek wird der galvanoplastische Tüll auch zu Gegenständen des Luxus benuzt. — Auf dieselbe Art kann man auch Seile mit Kupfer überziehen, um sie auf Schiffen als Blizableiter zu benuzen; man erhält so große leitende Oberflächen mit geringem Metallgewicht. Chemical Gazette, 1845 Nr. 27. Wir verweisen auf den Artikel über Napier's galvanoplastische Zeuge S. 81 in diesem Bande des polytechnischen Journals.

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