Titel: Ueber Bereitung einer Javelle'schen Bleichlauge, welche auch die durch Eisenoxyd vergelbte Wäsche rein weiß macht.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 91, Nr. LXIII./Miszelle 8 (S. 248)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj091/mi091063_8

Ueber Bereitung einer Javelle'schen Bleichlauge, welche auch die durch Eisenoxyd vergelbte Wäsche rein weiß macht.

Die Darstellung der Bleichlauge ist bekanntlich eine zweifache; nach der einen Methode wird Chlorkalklösung durch Glaubersalzlösung zersezt, die klare Flüssigkeit, welche über dem ausgeschiedenen weißen Niederschlag, Gyps, steht, ist die Bleichlauge; sie besteht aus einer Lösung von unterchlorigsaurem Alkali; die andere Methode besteht bekanntlich darin, daß Chlorgas in eine Auflösung von Potasche oder kohlensaurem Natron (Soda) so lange hineingeleitet wird, bis die Flüssigkeit sogleich bleichend auf blaues Lakmuspapier wirkt. Diese Lauge enthält außer dem obigen Salze auch noch doppeltkohlensaures Alkali; von einer solchen Lauge ist bekannt, daß sie einen braunen Eisengrund auf Zeugen, Wäsche etc. leicht hinwegnimmt, was die aus Chlorkalk und Glaubersalz bereitete nicht thut. Der Grund davon liegt einzig und allein in dem Vorhandenseyn von doppeltkohlensaurem Alkali, in welchem das Eisenoxydhydrat leichter sich auflöst. Der Unterschied der Wirksamkeit beider Laugen ist so auffallend, daß eine mit gewöhnlicher Tinte geschriebene Schrift, mit derjenigen Lauge benezt, welche doppeltkohlensaures Alkali enthält, bis auf die lezte Spur gebleicht wird, wogegen die unterchlorigsaures Alkali haltige Lauge die Schrift noch gelblich gefärbt zurükläßt.

Versuche die mit auffallend vergelbter Wäsche angestellt wurden, welche über Nacht in einer solchen Javelle'schen Lauge gelegen hatte, gaben die günstigsten Resultate, indem die Wäsche schön weiß aus der Lauge hervorging. Hieraus geht demnach hervor, daß die Darstellung einer wirksamen Bleichlauge nur nach derjenigen Methode ausgeführt werden muß, nach welcher Chlorgas in die kohlensaure Lauge hineingeleitet wird. Hr. C. Kreßler hat diese Versuche angestellt, wodurch meine oben ausgesprochene Ansicht über den Grund der besseren Wirksamkeit einer doppeltkohlensaures Alkali haltigen Bleichlauge völlig bestätigt wird.

Hr. C. Kreßler hat die Resultate seiner hierüber gemachten Probeversuche besonders in einem Aufsaz mitgetheilt, unter dem Titel: „über alkalische Bleichlaugen“ in Hoffmann's Mittheilungen aus dem Gebiete der gesammten Technik etc. 1843. Heft I. Dr. Elsner. (Berliner Gewerbe-, Industrie- und Holsblatt, Bd. X. Nr. 6. S. 68.)

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