Titel: Ueber die Natur und Wirkung des Königswassers.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 91, Nr. LXXXIII./Miszelle 3 (S. 326)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj091/mi091083_3

Ueber die Natur und Wirkung des Königswassers.

Die Chemiker sind über die Wirkungsweise des Königswassers noch nicht im Reinen und man weiß nicht mit Gewißheit, ob die Wirksamkeit desselben von dem durch den Einfluß der Wärme entwikelten Chlor, oder von einer von Edmund Davy isolirten gasförmigen Verbindung von Chlor und Stikstoffbioxyd herrührt. Um hierüber ins Reine zu kommen, erhizte Hr. Baudrimont ein Gemisch von 2 Gewichtstheilen Salpetersäure und 3 Theilen Salzsäure und leitete das bei 86° C. sich entwikelnde rothe Gas durch eine Uförmig gebogene, in Eis stekende Röhre, um es von den allenfalls mit fortgerissenen verdichtbaren Theilen zu befreien; die lezten Antheile des Gases waren von Salzsäure hinlänglich frei. Er erhielt auf diese Weise ein eigenthümliches rothes Gas, welches er Chlorstikstoffsäure (acide chlorazotique) nennt, obwohl es keine Basen sättigt und das der Formel NO3 Cl2 entsprechend zusammengesezt ist, worin also 2 Atome Cl 2 Atome O der Salpetersäure vertreten. Dasselbe greift Gold und Platin an; Arsenik und Antimonpulver verbrennen darin mit Glanz; merkwürdigerweise aber hat es auf Phosphor beinahe gar keine Wirkung. Mit den Oxyden verbindet es sich nicht direct als solches, sondern bildet damit ein Chlorid und ein salpetersaures Salz. (Journal de Pharmacie, Jan. 1844, S. 49.)

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