Titel: Chevallier über Frémy's Fabrication des Glas- und Sandpapiers.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 91, Nr. LXXXIII./Miszelle 4 (S. 326–327)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj091/mi091083_4

Chevallier über Frémy's Fabrication des Glas- und Sandpapiers.

Aus dieser Fabrik gingen 1842 2,550,100 Bogen Schleifpapier, und zwar 2,376,100 Bogen eigentliches Glaspapier in verschiedenem Format und 175,000 Bogen Schmirgelpapier, außerdem 1599 Mètres Glasleinwand und 420 M. Schmirgelleinwand hervor. Das Papier wird von 17 Arbeiterinnen gemacht, außer welchen noch 2 Arbeiter Beschäftigung finden. Die Arbeiterinnen werden erfahrungsgemäß vortheilhafter nicht nach dem System der Theilung der Arbeit beschäftigt und verdienen sich nach Abzug des von ihnen verursachten Papierausschusses monatlich 49 Fr. oder à Tausend Bogen 3,25 oder 3 Fr., je nach der Qualität bei großem Format, und 275 Fr. bei kleinem Format.

Das Papier ist theils altes weißes Papier (papiers à registre), theils blaues; es muß die gehörige Biegsamkeit haben, und ganz besonders den Leim vollkommen gleichmäßig annehmen, damit es nicht an einzelnen Stellen bei geringerer Anhaftung des Leims sich von dem aufgestreuten Pulver leichter trennt Auf die Auswahl eines vollkommen guten Leimes kommt ebenfalls außerordentlich viel an. In der Fabrik wird derselbe aus Hasen- und Kaninchenfellen bereitet. Unter dem Glase ist das von Flaschen, welche Oehl und Essenzen enthalten haben, so wie die Flaschenköpfe, an welchen Wachs und Pech hängt, unbrauchbar; es werden daher die Scherben erst gehörig sortirt; außerdem wird Sand, Schmirgel, und zur Verfertigung nachgemachten Schmirgelpapieres gestoßene Eisenschlake verwendet. Bei dem für Tischler verfertigten Papiere muß der Glasstaub feiner als der Sand und lezterer in größerer Menge vorhanden seyn, damit kein Rizen der Holzoberfläche eintritt.

Zur Absonderung der pulverisirten Körper nach der Größe des Korns bedient sich Frémy eines Cylinderbeutels, ähnlich wie er in amerikanischen Mühlen vorkommt, überzogen mit Drahtgeweben von verschiedener Feinheit.

Vor dem Aufstreuen wird das Papier durch eine Bürste mit einer Schicht heißen und gehörig flüssigen Leimes überzogen; ist der Sand oder das Glas aufgestreut, so erhält das Papier einen leichten Stoß, um das nicht Anhaftende zu trennen; nach gehöriger Troknung erhält das Papier einen zweiten Leimanstrich, worauf es wieder getroknet, sortirt, gepreßt und gezählt wird.

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Erfolgt das Troknen zu schnell, so bricht das Papier leicht und der Ueberzug springt leicht ab; wird es zu langsam getroknet, so scheint der Leim zu verderben; es muß daher in 12–18 Stunden vollkommen troken seyn, was im Sommer an freier Luft, im Winter durch Zuführung warmer Luft bewirkt wird. (Rull. de la Soc. d'encour. 1843, Sept. S. 437.)

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