Titel: Metallsand-Cement.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 91, Nr. CVII./Miszelle 4 (S. 406)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj091/mi091107_4

Metallsand-Cement.

Das Mechanics' Magazine 1843. Nr. 1061 erwähnt einer der Society of arts vorgelesenen Abhandlung über den dem C. K. Dyer Esq. und Comp. patentirten Metallsand-Cement. Der Metallsand zu demselben wird aus Kupferschlake bereitet und besteht vornehmlich aus Eisen, begleitet von Zink, Arsenik und Kieselerde; er wird gepulvert und je nach dem Gebrauch zu verschiedenen Graden der Feinheit gesiebt. Dieser Cement ist nun schon über zehn Jahre stark im Gebrauch und zwar, wo er zwekmäßig angewandt wurde, mit dem besten Erfolg. Er besteht aus blauem Liaskalkstein und dem Metallsand, welcher leztere der italienischen Puzollane gleichkömmt, deren Vorzüglichkeit zu Wasser- und anderen Bauten anerkannt ist, für ihre Verbreitung aber in der schwierigen und kostspieligen Anschaffung ein Hinderniß fand. Der Metallsand enthält mehr Eisen als die Puzollane und jedes andere bisher gebrauchte Material, woher seine Eigenschaft rührt, sehr zu erhärten; seine körnige Gestalt und die Schärfe seiner Eken bilden einen weitern Grund seines festen Haftens. Namentlich leistete er beim Grund der neuen Parlamentshäuser und der Londoner Compagnie für Holzpflasterung als Unterlage für die Pflasterpflöke gute Dienste. Als Mörtel eignet er sich vorzüglich zu Tunnels, Gräben, See- und Flußmauern, umgekehrten Bögen, da er keine Feuchtigkeit hindurchläßt und durch den Einfluß der Atmosphäre an Härte noch zunimmt. Zu Stuk für Mauern und jeder Art von Verzierungen eignet er sich durch den schönen Farbenton, welchen er von Natur aus annimmt und ohne jeden färbenden Zusaz beibehält, dann sein völliges Freibleiben von Auswitterung, was er an vielen Häusern seit neun Jahren aufs beste bewährte. Sogar dem strengen Klima von New-York trozte er, ohne den geringsten Schaden zu leiden, und neun Jahren den Meereswellen ausgesezt, gleicht der Metallsand-Cement in Härte und Farbe dem Granit. Der Metallsand-Stuk liefert ferner ein herrliches Material zur Freskomalerei; die Verbindung der Farben mit diesem Material ertheilt dem Werke eine beinahe unendliche Dauerhaftigkeit und man kann die gemalte Fläche, wie gewöhnlich, lassen wie sie ist, oder ihr den höchsten Glanz geben. Wie schwierig die Herstellung dauerhafter Freskogemälde ist, ist bekannt, und in Italien haben die schönsten Fresken durch Feuchtigkeit und die fehlerhafte Beschaffenheit der Mauern, auf welche die äußere Verkleidung (intonaco) aufgetragen wurde, unverbesserlichen Schaden gelitten. Der Londoner Decorateur Simpson, lernte das Verfahren der Freskomalerei des Hrn. Prof. Heß in München kennen, hält aber den Metallsand-Cement wenigstens für eben so gut wie alles, was ihm bis jezt vorkam. Ein der Society of arts vorgezeigtes Freskobild erregte Bewunderung und sein Farbenglanz glich in gewisser Entfernung einigermaßen dem Email. Ferner wurde eine auf die Art der Scagliola (marmorähnlich) mit diesem Cement bereitete Platte herumgegeben, die sich allgemeinen Beifalls erfreute. Auch Vasen und andere Gußwaaren, eiselirtem Stein ähnlich, welche sich seit sieben Jahren mit Laubwerk in den feinsten Linien aufs vollkommenste erhalten hatten, wurden vorgezeigt.

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