Titel: Walter's Verfahren Chlorgas zu bereiten und das dabei zurükbleibende Mangansalz zu verwenden.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 91, Nr. CXX./Miszelle 2 (S. 489–490)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj091/mi091120_2

Walter's Verfahren Chlorgas zu bereiten und das dabei zurükbleibende Mangansalz zu verwenden.

Die Verfahrungsarten, worauf sich Seale Walter in Gregory Street, City von London, am 24. März 1843 ein Patent ertheilen ließ, bestehen 1) in der Bereitung von Chlorgas, indem man Braunstein mit einem Gemisch von Schwefelsäure und Salzsäure behandelt, so daß die Salzsäure vollständig in Chlor und das Mangansuperoxyd in schwefelsaures Mangan verwandelt wird; dazu ist auf 1 Aequivalent Mangansuperoxyd 1 Aeq. Salzsäure und 1 Aeq. Schwefelsäure erforderlich; 2) in einer Methode aus dem bei der Chlorbereitung zurükbleibenden schwefelsauren Mangan wieder Mangansuperoxyd zu gewinnen.

Angenommen man wolle Chlorgas nach diesem Verfahren bereiten, um damit einen Centner Chlorkalk zu erhalten, so nimmt man einen Centner Salzsäure (von 21° Baumé), welche 34 Proc. wasserfreie Säure enthält, einen halben Centner Vitriolöhl, auf 1,70 spec. Gewicht (60° Baumè) verdünnt und einen halben Centner guten Braunstein. Der Braunstein wird am besten in Stüken angewandt, wo |490| man dann nicht umzurühren braucht und in einem gewöhnlichen bleiernen Chlorentbindungs-Gefäß nach und nach mit den vorher gemischten Säuren versezt. Man braucht erst gegen das Ende des Processes Hize anzuwenden, um das lezte Quantum Chlor frei zu machen.

Es versteht sich, daß das salzsaure Mangan, welches bei der gewöhnlichen Methode Chlor aus Salzsäure und Braunstein zu bereiten, als Rükstand bleibt, nur mit Schwefelsäure und Braunstein behandelt zu werden braucht, um alle darin enthaltene Salzsäure in Chlor zu verwandeln.

Um aus dem rükständigen schwefelsauren Mangan wieder Superoxyd zu gewinnen, gibt der Patentträger zwei Methoden an. 1) Das schwefelsaure Mangan wird in flache kupferne Gefäße abgezogen, in welche man Brucheisen bringt und von Zeit zu Zeit umgerührt; bei heißer Witterung braucht man sie nicht zu erwärmen, bei kalter Witterung muß dieß aber geschehen. Man erhält so einerseits ein Gemenge von Manganoxyd und Mangansuperoxyd, andererseits Eisenvitriol. 2) Oder man dampft die schwefelsaure Manganlösung zur Trokne ab und calcinirt das Salz in einem thönernen Cylinder oder Ofen, in welchen man ein wenig atmosphärische Lust durch eine kleine Oeffnung einströmen läßt; die entweichende Schwefelsäure und schweflige Säure leitet man in eine Bleikammer. (Repertory of Patent-Inventions, Dec. 1843, S. 368.)

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