Titel: [Barker, Verbesserungen in der Construction der Metallkolben.]
Autor: Barker, William
Fundstelle: 1844, Band 92, Nr. LXXXI. (S. 321–322)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj092/ar092081

LXXXI. Verbesserungen in der Construction der Metallkolben, worauf sich William Barker, Mechaniker zu Manchester, am 20. März 1843 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of arts, Jan. 1844, S. 405.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Vorliegende Verbesserungen beziehen sich auf die Kolbenliederung und die Anwendung derselben zu einer dampf-, luft- oder wasserdichten Selbstadjustirung für Dampfmaschinen, Luftpumpen oder Maschinen überhaupt, bei denen eine vollkommen dichte Liederung von Belang ist.

Fig. 31 stellt den Kolben einer Dampfmaschine in der äußeren Ansicht dar. Fig. 32 ist ein Grundriß desselben nach abgenommener Dekplatte; Fig. 33 ein Querschnitt; Fig. 34 eine äußere Ansicht der vom Kolben abgenommenen Liederung in ausgebreitetem Zustande. Fig. 35 zeigt die äußere Ansicht und Fig. 36 den Durchschnitt eines ähnlichen, seiner Construction nach etwas modificirten Kolbens. a, a ist die Kolbenstange; b, b der Kolben mit seiner Dekplatte c, c, und seiner Bodenplatte c*, c*, zwischen denen die verbesserte Metallliederung d, d angeordnet ist. Leztere hat einen etwas größeren Durchmesser als der Kolben, damit, wenn dieser in den Cylinder, worin er spielen soll, gebracht wird, ein elastischer Druk gegen die Cylinderwände statt finde.

Bei näherer Betrachtung des Grundrisses und der Durchschnitte wird man rings herum zwischen dem Kolben b und der Metallliederung d einen freien Raum e, e, e bemerken. Dieser Raum, welcher die Veränderung und Selbstregulirung der Liederung gestattet, ist für die Anwendung der lezteren wesentlich. Die Constructionsmethode der in Rede stehenden Liederung wird mit Hülfe der Fig. 37, worin dieselbe in eine Ebene ausgebreitet dargestellt ist, deutlicher erhellen. Ein vollkommener Ring aus Gußeisen oder einem sonst geeigneten Material wird in die Drehbank gebracht und nachdem man kleine Löcher zur Bezeichnung der Stelle, wo das Schneidwerkzeug angreifen und absezen soll, eingebohrt hat, macht man bis zur Hälfte rings um den Ring in schiefer Richtung einen Schnitt, worauf ein zweiter Schnitt in noch schieferer Richtung erfolgt, der durch die Veränderung der Geschwindigkeit der transversalen Bewegung veranlaßt wird. Dadurch entsteht nun die geneigte Linie yz. Die Windung wird sodann von |322| w bis x parallel geschnitten. Ist dieses geschehen, so wendet man den Ring in der Drehbank um, und bewerkstelligt genau, wie vorher, die andern schiefen Schnitte von u bis v. Es ist zu bemerken, daß das aus dem mittleren Theil des Ringes auszuschneidende Material dreimal so breit ist, als das oben und unten wegzunehmende, wodurch allen Theilen dieser ringförmigen Liederung ein gleichmäßiger Grad der Elasticität gelassen wird. Durch das Ausdrehen und die Beseitigung dieser Metalltheile hat der Ring die Gestalt einer Schraubenwindung erlangt, welche im zusammengedrükten Zustande die verlangte Elasticität offenbart. Hierauf werden von den Enden f, f kleine Stüke ausgeschnitten, so daß dem Ringe einiger Spielraum bleibt, um sich auch in Beziehung auf seinen Durchmesser zusammenzuziehen. An den Enden der Liederung sind kleine Vertiefungen g, g angebracht, welche durch die Stüke i, i ausgefüllt werden, um den Eintritt des Dampfes in die Liederung zu verhüten. Der Ring wird zulezt mittelst der Dekplatte c, c zusammengeschraubt. Die Figuren 35 und 36 stellen einen Kolben dar, bei welchem die verbesserte Metallliederung von Messingringen h, h umschlossen wird.

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