Titel: Verbesserte Methode flachgängige Schrauben zu gießen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 92, Nr. CI. (S. 429–431)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj092/ar092101

CI. Verbesserte Methode flachgängige Schrauben zu gießen.

Aus dem Mechanics' Magazine Jan. 1844, Nr. 1068.

Mit Abbildungen auf Tab. VI.

Die Schwierigkeit, nach dem gewöhnlichen Verfahren flachgängige Schrauben zu gießen, hat ihren Grund in der Spiralwindung des Ganges, welcher, da er seinen Neigungswinkel parallel mit der Are in entgegengesezter Richtung an jeder Seite desselben bildet, es selten möglich macht, das Modell aus dem Sande zu entfernen, ohne den Formsand aus seiner Lage zu bringen. Um diesem Uebel abzuhelfen hat Hr. W. Bowser eine Art zu formen erdacht, nach welcher die Modelle der flachgängigen Schrauben aus dem Sande entfernt werden können, ohne die Vollkommenheit der Formeindrüke zum Guß zu benachtheiligen. Er benuzt anstatt zweier Formkasten oder Flaschen beim Gießen deren drei; zwei davon enthalten die obere und untere Hälfte der Form für die Schraube selbst und der dritte Kasten enthält die Form des Kopfes. Eine metallene Platte von solcher Größe, daß sie die Enden der zwei langen Formkasten bedekt, wenn sie zusammengestellt werden, ist mit ihnen verbunden, und hat in ihrer Mitte eine Schraubenmutter, welche das Schraubenmodell in seiner gehörigen Lage im Sande hält, da wo die beiden Hälften |430| sich trennen, um die erforderliche Form zu bilden. Wenn das Modell der Schraubenspindel aus dem Sande genommen werden soll, so wird ein Schlüssel in dasjenige Ende der Schraubenspindel hineingestekt, welches durch die Mutter nach außen hervortritt; sobald man nun diesen Schlüssel dreht, wird das Modell aus der Form geschraubt, wobei die Mutter, welche fest mit der Platte verbunden ist, den nöthigen Widerstand darbietet. Die Platte und die Schraubenmutter werden nicht entfernt, der dritte Formkasten aber, welcher die Form des Schraubenkopfes enthält, wird mit den beiden langen Formkästen verbunden und dann ist das Ganze zum Gusse bereit.

Fig. 41 und 42 sind Durchschnitte der Formkasten mit der Schraube in den verschiedenen Stadien des Processes. A, A (Fig. 41) ist ein dikes Brett, welches dazu dient, die eine Hälfte der Schrauben aufzunehmen, es hat dazu eine Höhlung, so daß die andere Hälfte aus dem Brett hervorragt; B, C und D sind die drei Abtheilungen des Modells. Die Abtheilung B ist mit einem Bolzen E, E versehen, welcher in ein cylindrisches Loch der Schraubenabtheilung C hineinpaßt und das Modell zu führen dient, wenn es aus dem Sand geschraubt wird. Der Theil D hat ein Loch, welches so ausgeschnitten ist, daß es das Modell bequem durchläßt. F, G ist ein Theil von einem der langen Formkasten wie er auf dem Brett A, A angebracht ist. Im oberen Ende G ist eine halbkreisförmige Oeffnung von solcher Größe, daß der Sand rund um den Hals D eingepreßt werden kann. Eine metallene Platte E, O, H ist dann an dem Modellhals D und dem Formkasten F, G vermittelst zweier Schrauben verbunden. Hierauf wird Sand in den Formkasten gefüllt und bis oben hinauf fest angelegt, wie die punktirten Linien es andeuten. Ein zweites Brett I, I (Fig. 42) wird nun an dem oberen Theil des Formkastens F, G befestigt, das Ganze wird dann umgedreht, so daß das Brett I, I unten zu liegen kömmt. Das erste Brett A, A wird entfernt, wodurch die Hälfte des Modells außerhalb des Sandes gelassen wird; finden sich in der ersten Hälfte der Form einige fehlerhafte Stellen, so werden sie ausgebessert; der Formkasten K, L wird demnächst aufgelegt und an den Formkasten F so wie auch an die Platte H, H befestigt. Der Sand wird dann wieder in den oberen Theil dieses Formkastens gefüllt und wie zuvor fest angelegt, wodurch der Eindruk für den Schraubengang vollkommen hergestellt ist. Die Platte H wird nun weggenommen, um vermittelst Schrauben an die langen Flaschen des Kopfkastens M, M, welcher zum Abdruk des Kopfes mit Sand gefüllt ist, befestigt zu werden. Sobald dieß gethan, wird der Formkasten M, M entfernt und die |431| Platte H, H wiederum mit dem Formkasten F, G und K, L, so wie mit dem Hals D verbunden.

Ein Schlüssel wird durch die Oeffnung N gestekt und die Schraubenabtheilung des Modells aus dem Sande herausgeschraubt. Um den ebenen Theil des Modells zu entfernen, werden die obern und untern Formkasten von einander getrennt und nachdem alle Formkasten wiederum gereinigt sind, wird eine entsprechende Oeffnung gemacht, worin das Metall hineingegossen wird.74)

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Die Society of Arts hat Hrn. Bowser für diese Erfindung ihre silberne Medaille zuerkannt.

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