Titel: Verfahren die Wagen auf der atmosphärischen Eisenbahn anzuhalten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 92, Nr. XXII./Miszelle 2 (S. 75–76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj092/mi092022_2

Verfahren die Wagen auf der atmosphärischen Eisenbahn anzuhalten.

Hr. Dr. Bergmann beschrieb in der Sizung der polytechnischen Gesellschaft zu Leipzig am 15. März das Verfahren, um die Wagen auf der atmosphärischen Eisenbahn anzuhalten, da man natürlich bei besonderen Anlässen von einer Bremsung absehen muß.

Dieses Anhalten erscheint auf den ersten Augenblik schwierig, weil der Maschinist auf dem Kolbenwagen die treibende Kraft nicht in seinem unmittelbaren Bereiche hat. Samuda hat inzwischen diese Schwierigkeit auf eine sehr sinnreiche Weise beseitigt. Von dem Size des Wagenführers aus reicht eine oben offene Rohre durch den Treibkolben bis vor ins Vacuum der großen Treibröhre. Diese Röhre vermag der Wagenführer mittelst eines Hahns nach Belieben zu öffnen und zu schließen. Ist sie geschlossen, so befindet sich natürlich das Vacuum außer Verbindung mit der äußeren Luft; sobald aber der Hahn geöffnet wird, strömt die äußere Luft ins Vacuum und bringt augenbliklich ein Gleichgewicht mit der hinten nachdringenden Luft und dem zufolge einen Stillstand der Wagen zuwege, wobei es der Maschinist in seiner Gewalt hat, durch mehr oder minderes Ausdrehen des Hahnes das Anhalten plözlich oder mehr allmählich zu |76| machen: so wie es auch einleuchtet, daß jene Röhre ihm ein Mittel an die Hand gibt, die Geschwindigkeit des Zugs beliebig zu vermindern. Die ohne Unterlaß auspumpende Dampfmaschine stellt jederzeit das durch den momentanen Eintritt der äußern Luft gestörte Vacuum schnell wieder her. Der Maschinist ist aber auch in den Stand gesezt, durch eine Barometerröhre, welche auf eben dieselbe Weise wie die Hemmungsröhre durch den Kolben in das Vacuum einmündet, den jedesmaligen Zustand desselben zu bemessen. (Allgem. Zeitg. für National-Industrie etc. Jahrg. 1844. S. 135.)

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