Titel: Ueber Ananas-Seife und -Pommade.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 92, Nr. XXII./Miszelle 9 (S. 79–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj092/mi092022_9

Ueber Ananas-Seife und -Pommade.

Das Cocosöhl kam in der ersten Zeit selten frisch, sondern meistentheils in ranzigem Zustande im Handel vor; jezt aber ist ein frisches, schönes, fast geruchloses Cocosöhl keine Seltenheit; dennoch hat sich die Abneigung gegen Cocosöhl-Seife des starken Geruchs wegen zum Theil erhalten.

Das Cocosöhl ist ein feines, empfindliches Fett und sehr leicht oxydirbar; wenn man es mit Schwefelsäure und Alkohol erhizt, bildet sich (bei altem ranzigem Oehle besonders) sehr leicht Cocosäther, der dem Fett und den daraus bereiteten |80| Präparaten einen Ananas ähnlichen Geruch mittheilt, was einige Fabrikanten veranlaßt hat, die, aus solchem Fett bereitete Seife „Ananasseife“ und aus eben dem Stoffe bereitete Pommade „Ananaspommade“ zu nennen, da nun aber der Cocosäther sehr flüchtiger Natur ist, so bleiben mit der Zeit nichts als Seife und Pommade von unangenehmem Geruch nach altem, ranzigem Cocosöhl zurük.

Cocosöhl, selbst im frischesten Zustande zu Pommade verwendet, würde seiner Natur nach niemals eine zwekmäßige Pommade geben; obgleich es bei der Seifenfabrication in der Zahl der Fette bei zwekmäßiger Verwendung unstreitig den ersten Rang mit einnimmt. W. Bulrich. (Berliner Gew.-Ind.- u. Hölsbl. 1844. Nr. 25.)

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