Titel: Zersprengung des Glases durch Aeznatron.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 92, Nr. LXXX./Miszelle 6 (S. 316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj092/mi092080_6

Zersprengung des Glases durch Aeznatron.

Die von Hrn. Overbeck gemachte Erfahrung über die Zerstörung des Glases durch Säuren, nämlich durch Stehen von concentrirter Salzsäure, Schwefelsäure und Salpetersäure, wobei es ganz mürbe wird und Risse bekommt – veranlaßt mich zu einer ähnlichen Mittheilung. Ich habe nämlich gefunden, daß die kaustische Natronflüssigkeit beim Aufbewahren in Glasflaschen diese rissig macht. Insbesondere bekommen die Flaschen von weißem Glase bald früher, bald später große Risse am Boden, ja zuweilen löst sich der Boden ringsum ab. Die Risse entstehen manchmal auch isolirt neben- und übereinander. Daß sie von innen heraus sich bilden, beweist der Umstand, daß Anfangs die Flüssigkeit nicht ausläuft, und die äußere Fläche des Glases unversehrt bleibt. An den oberen Theilen der Flasche habe ich diese Risse nicht entstehen sehen, obwohl seit mehreren Jahren meine Aufmerksamkeit darauf gerichtet gewesen ist.

Schwach grün gefärbtes Glas widersteht der Einwirkung der Natronflüssigkeit zwar länger, indessen nicht immer ganz.

Der Grund dieser sonderbaren und unbequemen Erscheinung scheint darin zu liegen, daß das verdünnte ganz äzende Natron das Glas stärker angreift, als das kaustische Kali und zwar um so mehr, ja weniger die Beimengung von kieselsaurem Kalk und Eisenoxydul in dem Glase beträgt. Da Flaschen nicht nur von dikem, sondern auch von dünnem weißem Glase rissig wurden, so scheint auch deßhalb die Mischung des Glases hauptsächlich das Zerspringen der Flaschen zu bedingen. Ein Temperaturwechsel kann die Risse nicht veranlaßt haben, es sey denn, daß das Glas in Berührung mit Natron gegen Wechsel der Lufttemperatur empfindlich würde. Wackenroder. (Archiv der Pharm. 1843.)

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