Titel: Miszellen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 93, Nr. LXXXIII. (S. 310–320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj093/ar093083

LXXXIII.  Miszellen.

Versuche mit der atmosphärischen Eisenbahn nach Hallette's System.

Die durch die Akademie zu Arras zur Berichterstattung über Hrn. Hallette's neues System52) erwählte Commission wohnte den Versuchen bei, welche kürzlich in den Atelier's des Hrn. Hallette mit dem von diesem geschikten Mechaniker erfundenen Apparate angestellt wurden.

Die Mitglieder der Commission haben die Wirksamkeit des hermetischen Verschlusses einer Röhre erkannt, deren diametrale Dimension diejenige der bisher angewandten Röhren übersteigt.

Diese Röhre wurde auf der einen Seite durch den Kolben verschlossen, dessen Stange in Gestalt eines Kahnes durch den longitudinalen Schliz aus der Röhre hervorragte. Das andere Ende der Röhre wurde mit einer kleinen Luftpumpe in Verbindung gesezt, die ihre Bewegung von der zum Betrieb der Arbeiten des Ateliers aufgestellten Dampfmaschine herleitete. Das Innere der Triebröhre und der undurchdringlichen Därme, welche die Lippen der Fuge verschlossen, wurde mit einem Barometer in Communication gesezt, der in jedem Momente den Druk in den Lippen und den Grad der Luftverdünnung in der Triebröhre anzeigte. Nach 1 1/2 Minute betrug der Druk in den Lippen ungefähr 1/20 Atmosphäre, durch eine Queksilbersäule von 3–5 Centimeter gemessen, und die Luftverdünnung in der Röhre 1/6 Atmosphäre, durch eine Queksilbersäule von 12–15 Centimeter gemessen.

Bei dieser Lage der Dinge goß man Wasser in die durch beide Lippen bei ihrer Berührung gebildete Rinne. Während eines so schwachen Druks auf die Lippen erhielt sich das Niveau des Wassers, ohne daß auch nur ein einziger Tropfen durch die Luftleere ins Innere der Röhre gezogen worden wäre. Einen Augenblik später war der Druk in den Lippen auf 1/6 Atmosphäre, einer Queksilbersäule von 12 Centimeter entsprechend, gestiegen, und die Luftverdünnung in der Röhre hatte 1/2 Atmosphäre, 35–38 Centimeter entsprechend, erreicht. Diese Versuche haben die Gewißheit gegeben, daß der Schluß des Hallette'schen Apparats vollkommen ist, und man muß das Problem, jedes Eindringen der Luft durch das längs der atmosphärischen Eisenbahn fortlaufende Ventil zu verhindern, als gelöst betrachten. (Moniteur industriel Jun. 1843. No. 835.)

Regnault's Versuche über die Spannkräfte des Wasserdampfs.

Regnault hat auf Ansuchen der (franz.) Centralcommission für Dampfmaschinen zahlreiche Versuche angestellt, um die Spannkräfte des Wasserdampfs innerhalb der Temperaturgränzen von – 30 und 150° C. zu bestimmen (Annales de Chimie et de Physique, Jul. 1844, S. 273). Die folgende (in den Comptes rendus, 1844, No. 14 mitgetheilte) Tabelle enthält die Hauptversuchsreihen, wie die Beobachtung die Zahlen lieferte; die Temperatur-Angaben beziehen sich auf das Queksilber-Thermometer.

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Tabelle Nr. 1.

Textabbildung Bd. 93, S. 311
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Tabelle Nr. 2.

Textabbildung Bd. 93, S. 312
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Tabelle Nr. 3.

Textabbildung Bd. 93, S. 313
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Tabelle Nr. 4.

Textabbildung Bd. 93, S. 314
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Magnus' Versuche über die Spannkräfte des Wasserdampfs.

Bekanntlich hat Gust. Magnus nachgewiesen, daß der Ausdehnungs-Coefficient für verschiedene Luftarten nicht derselbe ist, wie man früher glaubte; es schien ihm daher wahrscheinlich, daß auch der bis jezt für den Wasserdampf angenommene Ausdehnungscoefficient nicht richtig sey. Um diesen genau zu erfahren, bestimmte er neuerdings die Spannkräfte des Wasserdampfs bei verschiedenen Temperaturen, namentlich zwischen 0° und 100° C, indem er auf das sorgfältigste sich bemühte, den Fehlerquellen der früheren Methoden zu begegnen. In der folgenden (seiner Abhandlung in Poggendorff's Annalen, 1844, Bd. LXI S. 225 entnommenen) Tabelle sind seine Resultate zusammengestellt. Die Temperaturen wurden mittelst des Luft-Thermometers bestimmt.

Textabbildung Bd. 93, S. 315
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Textabbildung Bd. 93, S. 316

Verminderung der Unglüksfälle auf englischen Eisenbahnen.

Nach dem Bericht des Eisenbahncomité's im Handelsministerium (Board of trade) hat sich die Anzahl der Unglüksfälle im verflossenen Jahre so sehr vermindert, daß sie sich fast auf nichts reducirt. Im Jahr 1840 fanden 56 Unfälle statt, wodurch 44 Personen getödtet und 262 verwundet oder verlezt wurden; im Jahr 1841 waren es 29 Unfälle, wodurch 25 Personen getödtet und 72 verwundet wurden; im Jahr 1842, 10 Unfälle, wodurch 5 Personen getödtet und 14 verwundet wurden; und im Jahr 1843 nur 5 Unfälle, wodurch 3 Personen getödtet und 4 verlezt wurden, von vielleicht drei Millionen Reisenden. (Mechanics' Magazine 1844, No. 1094.)

Ueber das Abfeuern des Schießpulvers unter Wasser durch Galvanismus.

Lieutenant Barlow hat zu Spithead zahlreiche Versuche über das Entzünden von Schießpulver unter Wasser mittelst der volta'schen Batterie angestellt, theils mit den Pulverladungen in Büchsen aus Weißblech, wie sie zur Zerstörung der Wrake vorgeschrieben sind und welche 44–55 Pfd. Schießpulver enthalten, theils mit Ladungen von nur einigen Lothen; General Pasley wünschte nämlich den sinnreichen Vorschlag des Lieutenants Hutchinson auszuführen, welcher darin besteht, die Pulverladungen unter Wasser mittelst eines einzigen Leitungsdrahtes anstatt zweier abzufeuern, indem man das Meerwasser zur Ergänzung des elektrischen Stroms benuzt (siehe polytechn. Journal Bd. LXXXV S. 347). Bei diesen Versuchen fand Lieutenant Barlow zuerst, daß es unnöthig ist, von der volta'schen Batterie ein Drahtstük, woran Zinkplatten befestigt sind, in das Wasser hinabzulassen, wie es Lieutenant Hutchinson that, denn die volta'sche Kette war eben so gut, wenn bloß Draht angewandt wurde. Nun zeigte sich aber eine unvorhergesehene Schwierigkeit: es waren nämlich zwei Platten-Batterien, jede von zehn Zellen erforderlich, um eine Pulverladung in einer Entfernung von 200 Fuß mit dem einfachen Draht abzufeuern, während früher mit einer Daniell'schen Batterie von bloß acht Zellen, welche bei weitem nicht so kräftig wie eine Platten-Batterie von zehn Zellen ist, Pulverladungen unter Wasser mittelst des doppelten Drahts stets augenbliklich abgefeuert wurden. General Pasley schloß daraus, daß das Entzünden von Pulverladungen mit |317| einem Leitungsdraht anstatt zweier, die Kraft der volta'schen Elektricität mehr schwächen dürfte, als man vermuthet hatte; er ließ daher wie man früher stets zu Chatham und Spithead verfuhr53), zwei Leitungsdrahte (dieselben, welche eine Pulverladung nicht entzündeten, als sie einzeln mit einer Platten-Batterie von weniger als zwanzig Zellen angewandt wurden) an eine Platten-Batterie von zehn Zellen befestigen, so daß diese zwei Drähte gut isolirt, die Batterie und eine Pulverladung am Meeresgrund ohne Mitwirkung des Wassers verbanden. Bei dieser Anordnung erfolgte die Explosion augenbliklich, sobald die Kette geschlossen war. Ein doppelter Leitungsdraht ist also zum Entzünden von Schießpulver unter Wasser oder unter dem Boden am besten, daher er bei allen künftigen Explosionen ausschließlich angewandt werden wird. Bei elektrischen Telegraphen hingegen, wo die Drähte viele Meilen weit gelegt werden müssen und wo der Strom unverhältnißmäßig schwächer seyn darf als zum Entzünden von Schießver, läßt sich Wasser oder feuchte Erde mit Vortheil zur Ergänzung der Kette benuzen, in Verbindung mit nur einem Draht, welcher sich über die ganze Länge der telegraphischen Linie erstrekt. (Civil Engineers' Journal, Julius 1844, S. 251.)

Cameron's Vorschlag brennende Gebäude zu löschen.

Charles Cameron, Chemiker zu Liverpool, ließ sich am 16. Jan. 1844 für England folgendes Verfahren zu diesem Zwek patentiren. Er benuzt dazu eine unverbrennliche Substanz, vorzugsweise Kreide oder Töpferthon, in Verbindung mit Wasser. Jede Löschmaschine sollte nach seinem Vorschlag mit einem Behälter versehen seyn, welcher beiläufig 100 Gallons Wasser (1 Gallon = 10 Pfd.) faßt; dieser Behälter wird mittelst eines durchlöcherten Metallblechs senkrecht in zwei Fächer abgetheilt, ein enges und ein weites. Die Kreide oder den Thon gibt man in gepulvertem Zustande in das weite Fach, mit welchem die Speisungsröhre von der Wasserleidung verbunden wird; das Saugrohr der Feuersprize wird mit dem schmalen Fach verbunden und die Löschmaschine dann in Gang gesezt, indem man das Pulver in dem weiten Fach mittelst eines Besens beständig umrührt, so daß es im Wasser suspendirt bleibt. Bekanntlich löscht ein schlammiges Wasser das Feuer viel besser als reines Wasser. (Repertory of Patent-Inventions) August 1844, S. 105.)

Ueber die Zermalmung der Knochen zu ihrer Verwendung als Dungmittel.

Die Knochen, welche in der Maschine des Hrn. James Anderson 54) zermalmt werden sollen, nimmt eine endlose Kette mit Schöpfkästen vom Boden auf und trägt sie in den obern Theil der Maschine. Die Knochen werden auf diese Weise auf ein Stük Leinwand ohne Ende gebracht, was zwischen zwei beweglichen Rollen gespannt ist, die man nach Willkür von einander entfernen oder einander nähern kann. Die Bewegung der Leinwand führt und schüttet die Knochen zwischen zwei Walzen von gegossenem oder geschmiedetem Eisen, welche auf ihrer Oberfläche hervorstehende Spizen haben, wodurch die dazwischen gebrachten Knochen zermalmt werden. Die zwischen diesen ersten Walzen zum Theil zermalmten Knochen fallen zwischen zwei andere ähnliche Walzen, nur mit gedrängtern Zähnen, und unmittelbar unter diesem zweiten Walzenpaar befindet sich ein Sieb, das durch eine excentrische Vorrichtung an der Maschine in Bewegung gesezt wird.

Die gepulverten Knochen gehen durch das Sieb und fallen in einen Behälter unten in der Mühle. Die gröbsten Stüke, welche durch die Löcher des Siebs nicht gehen konnten, werden durch die nämliche Bewegung des leztern, zwischen ein drittes Walzenpaar, wie die ersten gebaut, aber mit noch gedrängtern Zähnen, |318| gebracht; unmittelbar unter diesen Walzen befindet sich ein zweites Sieb, was durch denselben Mechanismus in Bewegung gesezt wird und durch welches das Knochenpulver geht, um in den gemeinschaftlichen Behälter zu fallen, während die unvollkommen zermalmten Knochen durch dieselbe Bewegung des Siebs in einen andern Behälter geworfen werden, aus dem man sie nimmt, um sie entweder in diesem Zustande zu verkaufen oder sie wieder in den Bereich der Schaufelkelle zu bringen, die sie aufhebt und nach oben in die Maschine bringt, um sie einer neuen Zermalmung zu unterwerfen.

In Ermangelung einer solchen Maschine wird man mit Nuzen, besonders in den unbeschäftigten Zwischenzeiten, welche die Feldarbeiten gewähren, dieß Zerstampfungsgeschäft mit der Hand vornehmen, indem man die Knochen zuerst mit einem Hakbeil in kleine Stüke zerschlägt und sie dann in einem Mörser zerstampft. Ein wenig kostspieliges und sehr bequemes Werkzeug zu diesem Zwek hat Hr. d'Arcet angegeben; es besteht aus einem kleinen Handamboß von Stahl, dessen Oberfläche zu stumpfen Spizen geschnitten ist; auf demselben schlägt man die Knochen mit einem starken Hammer, dessen Schlagfläche ähnliche Spizen besizt. Mit wenigern Kosten könnte man an die Stelle dieses Handamboßes einen Holzblok mit eisernen Reifen sezen, in welchen dike Nägel mit dreiekigen Köpfen oder eine abgestumpfte Pyramide bildend neben einander geschlagen sind. Ein hölzerner Schlägel, auf dieselbe Weise mit Eisenspizen bewaffnet, würde den Hammer mit Spizen ersezen.

Es ist beobachtet, daß es weit leichter ist, stark getroknete und erhizte Knochen als solche im frischen Zustande zu zerschlagen, es würde daher zwekmäßig seyn, sie gleich nach dem Brodbaken in den Ofen zu schießen und sie hierauf ganz heiß zu zerschlagen. (Aus Payen's Schrift über Dünger in der landw. Ztg. für Kurhessen.)

Bessemer's neue Farbe für die Bronzemalerei.

Die Farbe, welche sich Henry Bessemer am 13. Jan. 1844 für England patentiren ließ, besteht aus Bronzepulver mit Kopal etc. verdikt und wird folgendermaßen bereitet:

Man bringt 8 Pfd. Kopal in einen kupfernen Kessel, welchen man über dem Feuer so stark erhizt, daß der Kopal in beiläufig 20 Minuten schmilzt; unterdessen kocht man in einem anderen Kessel beiläufig 2 1/2 Gallons Leinöhl und wenn der Kopal im Fluß ist, sezt man das Leinöhl in kleinen Portionen zu, während man das Ganze beständig umrührt; diese Mischung wird dann eine Stunde lang gekocht, wobei man gelegentlich die Unreinigkeiten beseitigt, welche sich auf der Oberfläche derselben sammeln. Man läßt die Mischung hierauf beiläufig auf 8° R. abkühlen und sezt ihr sodann 25 Gallons Terpenthin, welcher auf 52° R. erhizt worden ist, nach und nach unter Umrühren zu. Endlich muß ein Gallon zu Pulver gelöschter Kalk zugesezt und das Ganze gehörig einander einverleibt werden, worauf man es 3–4 Tage lang stehen lassen kann. Die flüssige Mischung wird nun abgezogen (der Kalk bildet einen Saz auf dem Boden), nachdem sie sich hinreichend geklärt hat, kann man sie mit dem Bronzepulver mischen, welches von bester Qualität seyn muß. (Civil Engineer's Journal, August 1844, S. 285.)

Ueber die Verfälschung des Wachses mit Stearinsäure und die Erkennung derselben.

Die Verfälschung des Wachses mit Stearinsäure, welche in Frankreich häufig vorkommen soll, veranlaßte Hrn. Regnard Versuche anzustellen, wie diese Verfälschung am besten zu erkennen ist. Seine Resultate sind folgende:

Läßt man etwas Wachs, dem eine kleine Menge Stearinsäure zugesezt wurde, in destillirtem Wasser kochen und dann erkalten, so wird die erkaltete Masse über dem Wasser schwimmen, dieses aber das Lakmuspapier röthen. Reines Wachs zeigt diese Reaction nicht. Doch ist auf dieselbe kein großer Werth zu legen, weil in manchen Gegenden Schwefelsäure zum Bleichen des Wachses benuzt wird und man bei solchem Wachs durch jene Reaction irre geführt werden könnte.

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Das beste Mittel ist folgendes: man bringt in einen kleinen Glaskolben, der mit wohlschließendem Korkstöpsel versehen ist, in welchem eine oben ausgezogene Röhre stekt, Kalkwasser nebst der in möglichst kleine Streifchen geschnittenen zu untersuchenden Masse, und erhizt rasch; ist das Wachs rein, so bleibt das Kalkwasser durchsichtig, im entgegensezten Fall verliert es bald seine Durchsichtigkeit sowohl als die Eigenschaft, geröthetes Lakmuspapier zu bläuen. Es entsteht bald eine Trübung und ein weißer Bodensaz von unlöslichem stearinsaurem Kalk, den man zur größern Sicherheit noch genauer untersuchen kann. Auch Ammoniak wirkt auf ähnliche Weise und bildet stearinsaures Ammoniak, welches aber wegen seiner Auflöslichkeit in einer verdünnten Flüssigkeit keine Trübung hervorbringt. (Journal de Chimie médicale. Jun. 1844, S. 328.)

Larbalestier's Verfahren die Hamsterfelle dem Zobelpelz ähnlich zu machen.

Isabella Larbalestier in London ließ sich am 26. Febr. 1844 folgendes Verfahren patentiren, die Hamsterfelle dem Zobelpelz ähnlich zu färben. Die Hamsterfelle werden nach gehöriger Vorbereitung mit einer Beize von Kalkmilch überzogen, welche aus 1 Pfd. gebranntem Kalk und 10 Pfd. Wasser bereitet wird; dieselbe wird auf die Haarseite des Fells leicht mit einer Bürste aufgetragen und zwölf Stunden lang darauf gelassen; sie bekommen dann eine Lage der färbenden Composition, welche aus folgenden Materialien zusammengesezt ist:

drei Pfund geröstete Galläpfel,

vier Unzen Salmiak,

vierzehn Unzen Sumach,

zwölf Unzen Spießglanz,

zwei Unzen Grünspan,

zehn Unzen Eisenschlaken,

vier Unzen Kupferasche,

zehn Unzen Thon.

Diese Materialien werden zu einem feinen Pulver gerieben und dann allmählich mit 90 Pfd. Wasser versezt und das Ganze gut gemischt; man trägt mittelst einer Bürste eine Lage dieser Composition auf die Felle auf und läßt sie 24 Stunden lang darauf, indem man immer zwei Felle so zusammenlegt, daß sie sich mit ihrer Haarseite berühren, dabei ist darauf zu achten, daß sie sich nicht erhizen. Nach Verlauf von 24 Stunden werden die Hamsterfelle gut geklopft und der Proceß wird wiederholt, bis sie die verlangte Farbe angenommen haben. Sie müssen nun gereinigt werden, weßhalb man sie in einen geschlossenen Cylinder mit Sand und Sägespänen von Mahagonyholz bringt, dem man beiläufig zwei Stunden lang eine drehende Bewegung ertheilt; dabei darf die Temperatur die Blutwärme nicht übersteigen. Nach dieser Reinigung sind die Hamsterfelle in verkäuflichem Zustand. (Repertory of Patent-Inventions, August 1844, S. 106.)

Townend's Verfahren Manchester und andere Baumwollzeuge wasserdicht zu machen.

Charles Townend ließ sich am 6. März 1844 folgende Auflösungen Patentiren, womit die Manchester, besonders sogenannte beaverteens, getränkt werden, um sie wasserdicht zu machen, ohne daß sie einen üblen Geruch erhalten.

80 Pfd. kaltes Wasser werden mit 20 Pfd. gerösteter Kartoffelstärke verdikt; in einem anderen Gefäße werden 10 Pfd. Palmöhlseife oder weiße Seife in 80 Pfd. kochendem Wasser aufgelöst und diese Auflösung wird der vorhergehenden zugesezt nebst einer Pinte Blauholzabsud, worauf man das Ganze mit einander aufsieden läßt: dann sezt man eine Auflösung von 3 Pfd. Alaun in 10 Pfd. Wasser zu und nach einigen Minuten anhaltendem Kochen ist das Gemisch zur Anwendung geeignet. Der (vorher gefärbte) Zeug wird damit auf gewöhnliche Weise mittelst einer Grundirmaschine imprägnirt und hierauf getroknet.

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Man kann auch zwei Auflösungen nach einander anwenden; die eine erhält man, indem man 6 Pfd. Zinkvitriol in 90 Pfd. Wasser auflöst; um die andere zu bereiten, löst man 20 Pfd. geröstete Kartoffelstärke in 80 Pfd. kaltem Wasser auf, ferner löst man 10 Pfd. Palmöhlseife oder weiße Seife in 80 Pfd. kochendem Wasser auf, vermischt dann diese zwei Auflösungen, sezt hierauf 1/2 Loth Potasche zu und bringt sie zum Sieden. Der Zeug wird zuerst durch die Zinkvitriollösung und unmittelbar darauf durch die andere Flüssigkeit passirt. (London Journal of arts. August 1844, S. 40.)

Verfahren, um colorirte Bilder etc. mit einem schönen Lak zu überziehen.

Seit einiger Zeit fielen, besonders auf französischen Papeterien, die Dekelverzierungen auf, welche mit farbigen Lithographien versehen waren, die einen außerordentlich schönen Laküberzug hatten. Dergleichen Laküberzug herzustellen hat da wenig Schwierigkeiten, wo es leicht zulässig ist, den Grund mittelst einer Gummi- oder Pergamentleimlösung zu schüzen und darauf mit weißer Schellaklösung zu poliren; dennoch ist dieses Verfahren zeitraubend. Bilder, welche mit Wasserfarben colorirt sind, lassen sich auf diese Weise oft sehr schwer behandeln, weil, wenn man sie gegen das Eindringen des Lakes schüzen will und einen Gummi- oder Leimüberzug zu geben versucht, durch die Feuchtigkeit selbst bei großer Vorsicht und Gewandtheit oft genug die Malerei leidet oder gar verwischt wird. Um dieß zu vermeiden, ist es nöthig, sich eine vollkommen gesättigte Schellaklösung zu machen, die man am besten in der Art herstellt, daß man stärksten Alkohol mit bestem gebleichtem Schellakpulver zusammenbringt, etwa 4 Theile Alkohol, 1 Theil Schellakpulver. Man befördert die Lösung durch Schütteln, erwärmt etwas, läßt bis zum andern Tage stehen, filtrirt klar und löst darin wieder in gleichem Verhältniß Schellak auf, welches Verfahren man so lange fortsezt, bis man eine Lösung erlangt hat, welche mittelst eines Pinsels auf mäßig stark geleimtes Papier aufgetragen, nicht mehr durchschlägt. Das Bild wird durch Copirnägel auf ein Brettchen geheftet und zuerst recht dünn mit Lak überzogen. Nach dem Eintroknen gibt man einen zweiten Aufstrich und endlich einen dritter. Es wird nun ein genügend starker Laküberzug vorhanden seyn, dem es freilich an vollkommener Ebene fehlt. Um dieß zu erreichen, nimmt man weiße Politur oder noch besser versezt die gebleichte und gesättigte Schellaklösung mit einer gleichen Menge Alkohol und bedient sich dieser Mischung zur Politur reibt den Laküberzug leise mit Leinöhl ab, wozu man sich eines baumwollenen Bäuschchens bedienen kann und trägt nun auch mit demselben die Politur vorsichtig auf. Der Ueberschuß von Alkohol in dieser Politur ist es nun nämlich, welcher die Unebenheiten des Pinselaufstrichs auszugleichen vermag, da er auf die Lakfläche etwas auflösend wirkt. Bei sehr geringer Uebung ist es möglich in schnellster Zeit ausgezeichnete Laküberzüge der Art zu machen. Auch für andere Zeichnungen, Landkarten etc. ist dieser Laküberzug zu empfehlen, da er weit besser ist und sich schöner ausnimmt als der Ueberzug von Dammarharz. Dr. Winterfeld. (Berliner Gewerbe-, Industrie- und Handelsblatt 1844. Nr. 8.)

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Polytechn. Journal Bd. XCI S. 489.

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Polytechn. Journal Bd. LXXXIII S. 121.

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Er erhielt einen Preis von der Gesellschaft der Bergschotten im Jahr 1829 für diese Maschine, welche durch eine Dampfmaschine von 12 Pferdekräften in Bewegung gesezt wird.

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