Titel: Verfahren das Eisen und einige andere Metalle in vollkommen reinem Zustande darzustellen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 94, Nr. XXIX./Miszelle 6 (S. 166)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj094/mi094029_6

Verfahren das Eisen und einige andere Metalle in vollkommen reinem Zustande darzustellen.

Hr. Peligot überschikte Hrn. Dumas eine Quantität metallisches Eisen, welches er durch Zersezung von Eisenchlorür mittelst reinen und trokenen Wasserstoffgases erhalten hatte; das Eisenchlorür (Einfach-Chloreisen) war auf nassem Wege bereitet worden und enthielt folglich keinen Kohlenstoff. Das auf diese Weise gewonnene ganz reine Eisen bildet zum Theil glänzende Oktaëder, zum Theil biegsame und hämmerbare Blättchen. Da das Manganchlorür durch Wasserstoffgas nicht zersezbar ist, so muß aus dem angegebenen Wege bereitetes Eisen auch manganfrei seyn. Auf ähnliche Weise erhielt Peligot das Kobalt in biegsamen Blättern mit Metallglanz; natürlich kann man nach dieser Methode nur solche Metalle in reinem Zustande bereiten, welche wie Eisen, Kobalt, Nikel etc. sehr oxydirbar und zugleich strengflüssig sind.

Hr. Dumas bemerkt über diese (jedoch keineswegs neue) Methode die Metalle durch reines Wasserstoffgas abzuscheiden, daß sie sehr schäzbar sey, weil sich die Chlormetalle sehr leicht durch Krystallisation oder Sublimation in reinem Zustande darstellen lassen; die Metalloxyde hingegen erhält man wegen ihrer Unauflöslichkeit fast immer durch Präcipitation und in amorphem Zustande, daher es meistens schwer ist ihre Reinheit nachzuweisen. Durch Reduction der Metalloxyde mit Kohle erhält man die Metalle fast stets mit Kohlenstoff verbunden, und bei der Reduction der Metalloxyde mit Wasserstoff halten die Metalle immer einige Spuren von den zur Fällung der Oxyde selbst angewandten Alkalien zurük. Diese Uebelstände verschwinden bei der Anwendung von Chlormetallen. (Comptes rendus, Sept. 1844, Nr. 14.)

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