Titel: Ueber die Zersezung des Cyansilbers bei der galvanischen Versilberung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 94, Nr. XXIX./Miszelle 7 (S. 166–167)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj094/mi094029_7

Ueber die Zersezung des Cyansilbers bei der galvanischen Versilberung.

Man hat beobachtet, daß wenn man sich einer Lösung des reinen Doppelsalzes von Cyansilber mit Cyankalium bedient, die Zersezung sehr schwierig erfolgt, falls die Batterie nicht eine sehr mächtige ist; daß aber durch Zusaz eines kleinen Ueberschusses von Cyankalium der Proceß sehr befördert und ein viel schwächerer galvanischer Apparat völlig ausreichend wird zur Erreichung des Zwekes. Man schrieb dieß gewöhnlich der durch das alkalische Salz vergrößerten Leitungsfähigkeit und einer Art vermittelnden Einflusses desselben auf die Lösung zu. Hr. Napier zeigte aber durch Versuche, daß aller Wahrscheinlichkeit nach die Schwäche des Stroms von der Bildung einer Kruste von Cyansilber an der positiven Elektrode herrühre, wenn die leztere von Silber ist; ist hingegen ein Ueberschuß von Cyankalium vorhanden, so löst sich die erzeugte Kruste sogleich wieder auf und der Strom geht ohne Unterbrechung fort; ist die positive Elektrode von Platin, so findet von dem Allem nichts statt und der Proceß geht mit dem reinen Salz ganz gut vor sich.

Aus Napier's Versuchen geht hervor daß wenn die bei der Zersezung des fraglichen Salzes angewandte galvanische Kraft nicht zu stark, sondern der auszuführenden Arbeit angemessen ist, das Cyansilber allein der Zersezung unterliegt, das Cyankalium aber bloß in Freiheit gesezt wird; wenn hingegen die galvanische Kraft zu stark ist, wird auch lezteres zersezt und am negativen Pol Wasserstoff entwikelt.

Wird eine Lösung des Doppelcyanids elektrolysirt unter Anwendung von Platinplatten, so wird, bei schwachem Strom, das an der positiven Seite entwikelte Cyan von der Lösung absorbirt, welche sich dunkelbraun färbt; bei starkem Strome |167| aber wird am positiven Pole Sauerstoffgas entwikelt, das Cyan zersezt und Cyansilber auf das Metall abgelagert.

Obwohl nun das Doppelcyanid in Auflösung sicherlich ein vortrefflicher Leiter der Elektricität ist und, wenn man der Anhäufung von unlöslichem Cyanid an der Elektrode vorbeugt, sehr leicht zersezt wird, so ist es doch merkwürdig, daß die Zersezung doch viel lieber vor sich geht, wenn man noch weiteres Cyankalium zusezt. Sezt man noch ein Aequivalent desselben hinzu, so wird die Lösung leichter zersezt, als irgend eine bekannte Substanz, indem ein Quadratzoll Kupfer und Zink, in Wasser eingetaucht, dazu hinreicht. (Chemical Gazette, 1844, No. 44.)

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