Titel: Ueber das Bleichen des gelben Wachses.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 94, Nr. XXIX./Miszelle 8 (S. 167)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj094/mi094029_8

Ueber das Bleichen des gelben Wachses.

Schmidt empfiehlt (in Herberger und Winckler's Journal 1839, Heft 2) zum Bleichen des Wachses folgendes Verfahren, wodurch der Chlorgehalt des Wachses, welchen das Bleichen desselben mit Chlor stets zur Folge hat, vermieden wird. Man erhizt 8 Theile, durch Schmelzen und Coliren von beigemengten fremden Theilen befreites, gelbes Wachs mit 1 1/2 bis 2 Theilen Terpenthinöhl, gießt diese Mischung recht dünn in Papierkapseln, sezt sie dem unmittelbaren Sonnenlichte aus, und wiederholt dieß nach etwa 3 Tagen unter Stehenlassen, bis der Geruch des Terpenthinöhls ganz verschwunden ist. Man erhält in 8 bis 10 Tagen weißes Wachs, welches aber hinsichtlich seiner Farbe dem des Handels immer etwas nachsteht. – Apotheker Ingenohl zu Haksiel empfiehlt (Archiv der Pharmacie Bd. XXVII S. 285) zum Bleichen des Wachses den Gebrauch der Salpetersäure auf folgende Weise. Man schmilzt und colirt 1 Pfd. gelbes Wachs, sezt 2 Unzen salpetersaures Natron und dann 1 Unze mit wenigstens 9 Unzen destillirten Wassers verdünnte Schwefelsäure tropfenweise zu, hält das Ganze warm und rührt mit einem Glasstabe fleißig um. Das Gefäß hiezu muß geräumig, namentlich hoch seyn, da die Masse sehr steigt. Nachdem alle verdünnte Schwefelsäure zugesezt ist, läßt man das Ganze halb erkalten, füllt das Gefäß mit kochendem Wasser auf, rührt es tüchtig um und überläßt es der Ruhe. Die auf der Oberfläche erstarrte Wachsscheibe wird abgenommen und muß, vorzüglich zum pharmaceutischen Gebrauche, vom Glaubersalz, welches sich bei dieser Operation bildete, durch Einbringen in kochendes Wasser so oft, bis dieses kein solches mehr auflöst, vollkommen befreit werden. Es verschwindet hiedurch auch jede Spur von Salpetersäure. Der Chilisalpeter eignet sich aus dem Grund besser zu diesem Zwek, daß mit ihm die Entwiklung der Salpetersäure leichter von Statten geht als mit dem Kalisalpeter, so wie auch das Glaubersalz leichter zu entfernen ist, als das schwefelsaure Kali. Bei der starken Verdünnung der Schwefelsäure und der niedrigen Temperatur während der Entfärbung durch Salpetersäure, kann nicht wohl eine Zersezung des Wachses durch eine dieser Säuren stattfinden. (Lezteres Verfahren ist bloß eine Modification der zuerst von Solly angegebenen Methode; man vergl. polytechn. Journal Bd. LXXVIII S. 160. Die Redact.)

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