Titel: Lak für hölzerne Fußböden.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 94, Nr. LI./Miszelle 12 (S. 246–247)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj094/mi094051_12

Lak für hölzerne Fußböden.

Man nimmt

3 Pfund Schellak,

1/2 – Elemi,

1 Maaß Terpenthinöhl,

5 – Weingeist.

Den Schellak sezt man mit Weingeist an, wie man bei der Bereitung der Tischlerpolitur zu thun pflegt; das Elemi löst man hingegen in Terpenthinöhl in der Wärme auf und mischt es sodann unter die Schellaklösung. Von diesem Firniß macht man Gebrauch, nachdem man den Fußboden mit einer Leimfarbe grundirt, gehörig ausgetheilt, allenfalls mit Zeichnungen oder Borduren versehen, und zulezt mit Leinöhl eingelassen hat. Lezteres geschieht, damit der Boden von dem Harzfirniß nicht so viel einsauge, und dieser nur zur Hervorbringung einer glänzenden Oberfläche dient. Bei Böden die früher mit Oehlfarbe angestrichen waren, ausgetreten und schadhaft sind, läßt man das Leinöhl weg, weil in diesem Fall der Untergrund ohnehin kein Leinöhl aufsaugt. In diesem Fall muß man aber der Leimfarbe, die man zum Grundiren braucht, etwas Leinöhlfirniß zumischen. Zum Grundiren wendet man Oker mit Bleiweiß am besten an, weil dadurch die Farbe dekender wird, und der Anstrich, nachdem er mit dem Firniß überzogen ist, dem schönsten Oehlfarbanstrich gleichkommt.

Mit obigem Firniß überzieht man den vorbereitetet, Boden wenigstens zweimal. Solche Fußböden werden troken oder feucht (mit Wasser) wie es erforderlich ist, gereinigt, und wenn man ihren Glanz wieder auffrischen will, mit einem |247| von Leinöhl durchtränkten Lappen abgerieben. Ueberstreicht man den Boden des Jahres einmal wieder mit demselben Firniß, so sieht er wie neu aus.

Solche Fußböden stehen an Dauerhaftigkeit den mit Oehlfarbe angestrichenen nicht nach, sehen fast noch schöner als diese aus, lassen sich billiger darstellen, und haben den besonderen Vortheil, daß man unmittelbar nach dem lezten Anstriche mit dem Firniß, das Zimmer wieder beziehen kann, weil der Firniß schon unter dem Anstreichen troknet, und nicht den geringsten üblen Geruch zurükläßt. Der nämliche Firniß läßt sich auch zum Ueberstreichen von Meubles, welche durch Oehlfarbanstrich nußbaum- oder kirschbaumartig etc. gemacht sind, gebrauchen. (Berliner Gew.-, Ind.- u. Hdlsbl. Bd. 13, S. 51.)

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