Titel: Verfahren Stahl auf galvanischem Wege zu verkupfern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 94, Nr. LI./Miszelle 4 (S. 244–245)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj094/mi094051_4

Verfahren Stahl auf galvanischem Wege zu verkupfern.

Bekanntlich hatte man bis jezt die Metallniederschlage auf galvanischem Wege nur auf solche Metalle ablagern können, welche sich nicht mit der freien Schwefelsäure verbinden, die sich in der als Medium dienenden Kupfervitriol-Auflösung befindet, weil sie außerdem an ihrer Oberfläche eine Veränderung erlitten haben würden, ehe noch ein Kupferniederschlag erzeugt worden war. Aus diesem Grunde hatte man bis dahin auch weder auf Eisen noch auf Stahl unmittelbar solche Niederschläge mit günstigem Erfolg erlangen können, und sich beim Vervielfältigen von gestochenen Stahlplatten damit zu helfen gesucht dieselben zuvor auf einer starken Walzenpresse in weiches Blei abzudruken und diesen Abdruk als Matrize für die neu zu erzeugenden Kupferplatten zu verwenden. Prof. Jacobi aber hat ein einfaches Verfahren entdekt, mittelst dessen auch diesem Mangel abgeholfen ist. Er wendet nämlich statt der bisherigen schwefelsauren Kupferauflösung eine solche von Cyankupfer an, welche auf Eisen und Stahl keinen nachtheiligen Einfluß äußern kann. Die Bereitung der Cyankupferauflösung ist nun zwar auf chemischem Wege schwierig und umständlich, auf galvanischem Wege aber, sobald man im Besize einer einigermaßen kräftigen Batterie ist, ganz einfach. Man macht nämlich eine gesättigte Auflösung von (Zyankalium in Wasser und taucht in dieselbe sowohl den Kupfer- als den Platinpol der Batterie. Hier wird sich nun das Kupfer auflösen und sich mit dem Cyankalium bis zur Sättigung verbinden, dann aber am Platinpol anzuschießen beginnen. In diesem Augenblik ist die Cyankupferauflösung zum Gebrauch fertig und man kann sich ihrer, wie früher der schwefelsauren, bedienen. Da jedoch |245| die Erneuerung der Auflösung, wenn sich das Kupfer aus derselben niederschlägt, ihre Schwierigkeiten hat, so muß man sich bei deren Gebrauche abgesonderter Niederschlagungsgefäße bedienen, da in diesen stets genau so viel Kupfer von der Anode (am Kupferpol) ausgelöst wird, als sich auf der Kathode (am Zinkpol) niederschlägt oder aus der Auflösung ausscheidet.

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