Titel: Ueber die Aufbewahrung des Aepfelweins (Ciders).
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 94, Nr. LXXI./Miszelle 8 (S. 327–328)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj094/mi094071_8

Ueber die Aufbewahrung des Aepfelweins (Ciders).

Der Aepfelwein verdient in Gegenden, wo der Weinbau nicht gedeiht, die größte Aufmerksamkeit. Während der Weinbauer große Kosten hat und bis zum lezten Augenblik der Gefahr des Mißrathens ausgesezt ist, ist dem Cider producirenden Landwirth derselbe nur ein Nebenproduct, welches ihm gar |328| keine oder eine nur höchst unbedeutende Auslage verursacht. Keine noch so gewinnreich scheinende Speculation kömmt dem Ertrag eines Ciderbaumes gleich, welcher die ihn ernährende Erde nicht beeinträchtigt. Die Gesundheit anbelangend, ist kein Getränk ihm vorzuziehen; er berauscht nicht leicht und ersezt äußerst vortheilhaft ungesundes Wasser; in einer Gegend, wo jährlich die Schnitter durch den übermäßigen Genuß vom Wasser vom Fieber befallen wurden, verlor das Fieber durch den, zu dieser Zeit säuerlichen Cider, welchen sie später statt des Wassers tranken, seinen periodischen und anstekenden Charakter. Wenn dieses Getränk vor Ablauf eines Jahrs verdirbt, so ist dieß hauptsächlich der nachlässigen Behandlung desselben zuzuschreiben. Nach John Saintclair soll sich der Cider in England 7 Jahre erhalten; in der Normandie erhält er sich wenigstens halb so lange. Um ihn vom Monat November, wo er trinkbar wird, bis wieder zum November zu conserviren, während er sonst im Junius schon gerne sauer wird, müssen die Fässer rein und frei von Schimmel erhalten und, wenn sie leer sind, von dem Hefenrükstand innerlich vollkommen gereinigt, auch Schwefelschnitten darin verbrannt werden. Im Keller liegender Cider, der nicht verführt wird, hält sich besser in Fuder- als andern Fässern und unabgezogen. Sehr geräumige Gefäße und Ruhe sind die besten Mittel seiner Aufbewahrung. Berüksichtigt man dieß und sieht bei seiner Bereitung auf die Fernhaltung von faulen Früchten, Erde, Blättern, Holzstükchen, verschiedenen Aepfelsorten und Birnen, unreifen und frühreifen Früchten, so lohnen sich die geringen Kosten durch ein sehr gutes und haltbares Getränke. Jules Dubern, Meaux. (Moniteur industriel, Okt. 1844, Nr. 866.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: