Titel: Wichse für Riemwerk, Pferdegeschirr u. dgl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1844, Band 94, Nr. LXXXVIII./Miszelle 9 (S. 407–408)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj094/mi094088_9

Wichse für Riemwerk, Pferdegeschirr u. dgl.

Man nimmt 5 Unzen Wachs, 1 Unze Bleiglätte, 80 Grane Colophonium, 160 Grane Frankfurter-Schwarz, 12 1/2 Unzen Terpenthinöhl.

Das Wachs wird in einem geräumigen (nur ein Drittheil anzufüllenden) irdenen oder eisernen Gefäß geschmolzen, und wenn es anfängt in das Kochen überzugehen, mit der Bleiglätte versezt, gut verrührt, und während der Zeit auf dem Feuer gelassen.

Sobald das Wachs ein wenig braun werden will, nimmt man das Gefäß vom Feuer, läßt es fünf Minuten stehen und sezt das Colophonium zu, und nach 15 Minuten das Schwarz, welches man fleißig verrührt, und wobei man besonders Acht gibt, daß sich die Bleiglätte nicht zu Boden sezen kann. Zu gleicher Zeit rührt man das Terpenthinöhl zu, auf daß eine weiche Pommade entstehe.

Man wendet sie für Patrontaschendekel oder Riemen und Leder an, indem man haselnußgroß davon mit dem Finger auf dem Leder auseinanderstreicht. Man läßt sofort das Terpenthinöhl während 15 Minuten ungefähr verdunsten, und reibt die Masse mit einem Korkstöpsel gut ein. Zugleich reibt man mit einem Lappen, um Glanz zu ertheilen.

Die Wichse blättert sich nicht ab. Man kann auch einen Pinsel oder eine |408| weiche Bürste zum Auseinanderstreichen gebrauchen, aber immer nur erst dann, wenn die Wichse etwas eingetroknet ist. (Bayerisches Kunst- und Gewerbe-Bl.)

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