Titel: Verfahren die Schrotkörner nach der Größe und Vollkommenheit des Korns zu sortiren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 95, Nr. LXIV./Miszelle 2 (S. 235–236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj095/mi095064_2

Verfahren die Schrotkörner nach der Größe und Vollkommenheit des Korns zu sortiren.

Folgendes in den Kärnthnerischen Schrotgießereien angewendete Verfahren wurde in den Sizungen der technischen Deputation des Handwerker-Vereins zu Chemnitz mitgetheilt:

Die Schrotkörner wie sie vom Guß kommen, sind von verschiedener Größe, auch sind sie nicht alle völlig rund; diese lezteren gewöhnlich birnartig geformten, also mißrathenen Schrote, müssen, weil sie unbrauchbar sind, ausgeschieden und wieder umgeschmolzen werden. – Dieses Sortiren auf die möglichst einfache und billige Weise zu bewerkstelligen ist wegen des niedrigen Preises des Fabricats nicht unwichtig. Die gewöhnliche und bekannte Siebvorrichtung ist für sich allein nicht völlig zwekmäßig, weil das Sortiren dabei viel Zeit erfordert; eine sinnreiche Vorrichtung erleichtert dieß sehr.

Die Schrotkörner werden in ein trogartiges Gefäß von Holz geschüttet, welches unten eine 3–4 Zoll weite, mit einem Schieber verschließbare Oeffnung hat. Unter diesem Trog ist eine schiefe Ebene von einem mäßigen Neigungswinkel angebracht, auf welche die Schrote fallen müssen, wenn der Schieber geöffnet wird. Diese geneigte Ebene bildet aber keine zusammenhangende Fläche, sondern hat mehrere Unterbrechungen, so daß sie aus einzelnen Theilen besteht, zwischen denen sich immer eine mehrere Zoll weite Kluft befindet.

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Die Wirkung dieser Einrichtung ist eine doppelte; die mißrathenen birnförmigen Körner rollen auf der geneigten Fläche nicht in gerader Linie fort, sondern beschreiben ihrer Form wegen eine bogenförmige Bahn und gleiten daher an der Seite über die Fläche hinab, wo sie in ein bereit stehendes Gefäß fallen; die runden Schrote hingegen eilen in gerader Linie über die Ebene hinab, jedoch je nach ihrer Größe mit verschiedener Kraft. Die größten, also schwersten, deren Lauf wegen ihres größeren Gewichts am stärksten ist, überspringen die verschiedenen Zwischenräume oder Klüfte und sammeln sich unten in einem Behälter; die weniger großen überspringen auch einige dieser Zwischenräume, fallen aber, da die Kraft ihres Rollens wegen ihrer geringern Schwere sich bald vermindert, in einen der Zwischenräume. Die kleinsten Schrote fallen schon in die erste Kluft, weil sie wegen ihrer Leichtigkeit schon diese nicht zu überspringen vermögen. Es sammeln sich daher die Schrotkörner nach ihrer verschiedenen Größe in den Gefäßen, welche unter den erwähnten Zwischenräumen angebracht sind. Das noch weiter erforderliche Sortiren der Schrote auf dem Sieb erfordert dann nur einen verhältnißmäßig sehr kurzen Zeitaufwand. (Allg. Ztg. f. National-Indstr.)

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