Titel: Galloway's Mechanismus zur Verbindung von Achsen oder Wellen.
Autor: Galloway, Elijah
Fundstelle: 1845, Band 96, Nr. III. (S. 9–11)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj096/ar096003

III. Mechanismus zur Verbindung von Achsen oder Wellen, um sie mit verschiedenen relativen Geschwindigkeiten rotiren zu lassen, worauf sich Elijah Galloway, Civilingenieur in Blackfriars-road, Grafschaft Surrey, am 12. Junius 1844 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions, Jan. 1845, S. 29.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Meine Erfindung betrifft einen Mechanismus, der so eingerichtet ist, daß die Geschwindigkeit einer Achse doppelt so groß wird, als die einer andern.

Wenn ein Rad im Innern eines andern Rades von doppelt so großem Durchmesser rollt, so daß der Mittelpunkt des größeren die Peripherie des kleineren Rades berührt, und das leztere in einer gegebenen Zeit doppelt so viel Umdrehungen macht als der erstere, so beschreibt bekanntlich jeder Punkt in der Peripherie des kleineren Rades quer durch die Fläche des größeren eine gerade Linie. Auch werden sich die von den gegenüberliegenden Punkten e, f, Fig. 44, beschriebenen Linien im Mittelpunkte g rechtwinkelig durchschneiden. |10| Wären nun e und f Kurbelzapfen oder die Lager einer gekröpften Achse, Fig. 47, und wäre mit dem größeren Rade irgend ein geeigneter Mechanismus verbunden, vermöge dessen die erwähnten Zapfen oder Lager in Beziehung auf das größere Rad nur eine geradlinige Bewegung, z.B. c, c und d, d machen könnten, so würde die Achse g eine Umdrehung machen, während die Achse h zweimal rotirte.

Die Figuren 45 und 46 stellen nun die End- und Seitenansicht eines Mechanismus dar, womit der erwähnte Erfolg erzielt wird.

Fig. 47 ist ein Grundriß des Krummzapfens e, h, f. An die Hauptachse g, Fig. 45, ist eine Kurbel z befestigt, in deren Zapfen der dreiekige Hebel i eingehängt ist. An den Enden dieses Hebels befinden sich Zapfen c und d, welche an den entgegengesezten Seiten hervorragen, so daß sie beziehungsweise in den Ebenen der Krummzapfenlager f und e liegen. In diese Zapfen sind die Verbindungsstangen j und k eingehängt. In der Mitte von j befindet sich ein Lager, worin ein Zapfen s spielt, welcher an das eine Ende einer Verbindungsstange r befestigt ist. Mit ihrem andern Ende ist die Stange r an einem von der Mitte der Hauptwelle hervorstehenden Zapfen befestigt. Ist nun j doppelt so lang wie r, so kann begreiflicher Weise der Punkt f nur die gerade Linie d, d beschreiben. Nehmen wir nun zunächst an, j sey mit seinem unteren Ende an den Kurbelzapfen f, deßgleichen die Stange k an den Kurbelzapfen e befestigt und die Achsen g und h rotiren in geeigneten Lagern, so wird g eine Umdrehung machen, während h zweimal rotirt.

Sollen die rotirenden Wellen einen Winkel mit einander bilden, so kann man sich der Fig. 48 und 49 dargestellten Anordnung bedienen. Diese Anordnung bildet eine andere Methode, eine Bewegung zu vervielfachen und nähert sich dem mit Bezug auf Fig. 44 erläuterten Princip. An eine Achse g ist der diamantförmige Körper t, von welchem in radialer Richtung vier Zapfen u, u und v, v abstehen, befestigt. Mit den Zapfen v, v ist der Bogen w, Fig. 49, verbunden, der in seiner Mitte v' gleichfalls ein Lager besizt. Ein zweiter kleinerer Bogen x ist auf ähnliche Weise mit den Zapfen u, u verbunden und besizt in seiner Mitte gleichfalls ein Lager u'. Bei dieser Anordnung sind die Arme y, y, anstatt wie in Fig. 47 gerade zu seyn, gebogen und mit den Bogen x und w von einem gemeinschaftlichen Mittelpunkte aus construirt. Aus dieser Anordnung folgt, daß sich die Rotationsgeschwindigkeiten der erwähnten Achsen, auch wenn sie einen Winkel mit einander bilden, wie 2 : 1 verhalten werden.

Ich werde nun eine Modification der obigen Anordnung zur Erzielung einer Geschwindigkeitsveränderung beschreiben; diese Anordnung nähert sich dem mit Bezug auf Fig. 44 beschriebenen Princip. |11| Die Linien a¹, a² und a³, Fig. 51, bezeichnen die Fig. 50 entsprechenden Krummzapfen nebst Verbindungsstange. Dreht man a¹ in die bezeichnete Lage, so rotirt der Krummzapfen a² um seine Achse und zwar mit der doppelten Geschwindigkeit von a¹. Wenn aber beide Krummzapfen wie in Fig. 50 in einer Linie liegen, so würde offenbar a¹ nicht im Stande seyn a² bewegen, weßwegen der Achse a² nothwendig ein Schwungrad gegeben werden muß. Hinsichtlich der Anwendung bei Dampfmaschinen ist zu bemerken, daß die Kolbenstange in den Kurbelzapfen a⁴ eingehängt werden sollte, so daß die Richtung der Kraft durch die Mittelpunkte geht. Es ist einleuchtend, daß alle diese Anordnungen angewendet werden können, sowohl um die Bewegung von Wellen zu reduciren als zu vervielfachen, und daß sie in allen solchen Fällen anwendbar sind, bei welchen eine Achse in derselben Zeit doppelt so viel, oder auch vermittelst Wiederholung der bezeichneten Anordnung 4, 8, 16 u.s.w. mal so viele Umdrehungen machen soll als eine andere.

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