Titel: Ueber einige Substanzen, welche das Silberoxyd reduciren und es auf Glas in Form eines Metallspiegels niederschlagen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 96, Nr. XV./Miszelle 4 (S. 81)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj096/mi096015_4

Ueber einige Substanzen, welche das Silberoxyd reduciren und es auf Glas in Form eines Metallspiegels niederschlagen.

Aldehyd, Zukersäure, Salicylsäure und Pyromeconsäure schlagen mit Beihülfe der Wärme aus salpetersaurem Silberoxyd-Ammoniak das Silber metallisch nieder, so daß das Metall einen glänzenden Ueberzug auf der inneren Oberfläche des angewandten Gefäßes bildet. Seitdem Drayton's patentirtes Verfahren das Glas zu versilbern, veröffentlicht wurde (polytechnisches Journal Bd. XCIII S. 137), hat Dr. Stenhouse über diesen Gegenstand Versuche angestellt und seine Resultate der Chemical Society zu London mitgetheilt. Er fand, daß außer den Auflösungen von Nelken- und Cassiaöhl in Alkohol, noch viele andere Substanzen dieselbe Wirkung hervorbringen; z.B. das saure Pimentöhl in wenigen Minuten und Traubenzuker langsam in der Kälte; mit Beihülfe der Wärme auch Rohrzuker, arabisches Gummi, Stärke, Phloridzin und Salacin; endlich sehr concentrirte Auflösungen von Lorbeeröhl, Terpenthin und Guajak. Folgende Substanzen bringen keine Wirkung hervor: – der neutrale Theil des Pimentöhls, Rosenholzöhl, Benzoësäure, Meconsäure, Komensäure, Gerbestoff und Pyrogallussäure, Elemiharz, Benzoë, Weihrauch und Oehlsüß.

Dr. Stenhouse bemerkte, daß das sinnreiche Verfahren Drayton's den großen Fehler habe, daß die Oberfläche seiner Spiegel sich in einigen Wochen mit kleinen bräunlichrothen Fleken besprenkelt, was daher zu rühren scheine, daß das metallische Silber bei seiner Ablagerung auf der Glasfläche kleine Antheile einer harzigen Substanz mit sich reißt, welche wahrscheinlich durch die Oxydation des Oehls entstanden. Diese harzige Substanz, welche sich zwischen dem Glas und dem Silber befindet, wirkt mit der Zeit auf die metallische Oberfläche, womit sie in Berührung ist und bringt die erwähnten braunen Flekchen hervor. Ohne Zweifel wird durch den Alkohol in der Flüssigkeit viel von der harzigen Substanz zurükgehalten; aber ein wenig davon lagert sich immer auf der versilberten Fläche ab und wirkt auf die angegebene nachtheilige Weise.

Diesen Bemerkungen von Dr. Stenhouse entgegnet Drayton im Pharmaceutical Journal, daß die braunen Fleken nur dann entstehen, wenn das angewandte Oehl alt und unbrauchbar war und daß man die hintere Seite des Silbers mit einem Firniß überziehen müsse, um sie gegen die Einwirkung der Luft und jedes anderen Agens zu schüzen, wo sie dann ihren anfänglichen Glanz vollkommen beibehalte. (Chemical Gazette, März 1845 Nr. 57.)

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