Titel: Anwendung von essigsaurem Eisenoxyd gegen Arsenikvergiftungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 96, Nr. XV./Miszelle 8 (S. 83)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj096/mi096015_8

Anwendung von essigsaurem Eisenoxyd gegen Arsenikvergiftungen.

Das Eisenoxyd-Hydrat ist bekanntlich bei Vergiftungen durch arsenige Säure oder Arseniksäure sehr wirksam; dagegen ist es nach Versuchen von Duflos ganz unwirksam, wenn diese Säuren mit einer Basis, z.B. Kali verbunden sind; arseniksaures Kali wird aber in den Kattundrukereien häufig angewandt und man kann sich dasselbe also leicht verschaffen.

Bei der Unsicherheit, ob die Vergiftung durch freie Arseniksäuren oder ein Salz derselben erfolgte, ist es sehr wichtig, das Eisenoxyd in einer solchen Form geben zu können, daß man seiner Wirkung versichert seyn kann, und dieß ist der Fall bei Anwendung von essigsaurem Eisenoxyd. Lezteres erhält man, wenn man das durch Zersezung von 4 Theilen salzsaurem Eisenoxyd gewonnene Eisenoxyd-Hydrat mit 3 Theilen Essigsäure von 1,06 spec. Gewicht und so viel Wasser versezt, daß man 16 Theile bekommt. Diese Flüssigkeit, welche eine Auflösung von essigsaurem Eisenoxyd mit überschüssiger Basis ist, präcipitirt die arsenige und Arseniksäure aus allen ihren Auflösungen, sie mögen frei oder mit einer Basis verbunden seyn. Sie wirkt bei Vergiftungen um so rascher, je mehr sie mit Wasser verdünnt ist; eine große Verdünnung benimmt überdieß der frei werdenden Essigsäure ihre reizende Wirkung. (Journal de Chimie médicale.)

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