Titel: Ueber Reduction des Hornsilbers.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 96, Nr. XXXV./Miszelle 7 (S. 174–175)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj096/mi096035_7
|175|

Ueber Reduction des Hornsilbers.

Nach den Mittheilungen der HHrn. Schmidt (in Freiburg), Ricker und Herberger im Jahrbuch f. prakt. Pharmacie (Bd. VIII S. 292) ist das von Hrn. Professor Gregory vorgeschlagene Verfahren, reines Silber durch Zersezung des Chlorsilbers mittelst Aezkali darzustellen (polytechnisches Journal Bd. LXXXVIII S. 77) ungenügend. Nach Hrn. Ricker ist folgendes Verfahren, das Hornsilber zu reduciren, in ganz kurzer Zeit und ohne großen Aufwand von Kohlen auszuführen. Einen Theil troknen Hornsilbers vermengt man mit einem Theil Kohlenpulver und zwei Theilen Salpeter; das Gemenge trage man in kleinen Portionen, jedoch rasch nach einander, in einen rothglühenden geräumigen Schmelztiegel und belasse diesen noch eine Viertelstunde in starkem Feuer, klopfe nöthigenfalls mit der Tiegelzange einigemal leise an die Wandungen des Tiegels, damit an diesen kein Silber hängen bleibt und gieße den gut geschmolzenen Regulus aus, welchen man nur einigemal mit Wasser abzuspülen braucht, um das reine Silber dann wieder in einer Säure auflösen zu können.

J. Deck theilt in der Chemical Gazette, 1845, Nr. 56 folgende Methode mit, welche zur Reduction großer Quantitäten von Chlorsilber das leichteste und schnellste Verfahren seyn soll: man vermengt das Chlorsilber mit dem dritten Theil seines Gewichts schwarzem Fichtenharz und einem Zwölftel Salpeter, erhizt es in einem hessischen Tiegel zehn Minuten lang bis zur Kirschrothgluth und steigert dann die Temperatur schnell bis zur Weißglühhize, welche man etwa zwanzig Minuten lang unterhält, worauf man das Silber entweder in einen Gießbukel ausgießen oder am Boden des Tiegels erkalten lassen kann. Deck fand, daß bei der Reduction des Chlorsilbers mittelst Aezkali nach Gregory's Verfahren ein Theil desselben unzersezt bleibt, während bei Ricker's Methode durch Verpuffen mit Holzkohle und Salpeter etwas Silber verbrennt und verloren geht.

Leop. Gmelin bemerkt in seinem Handbuch der Chemie (1844, Bd. III) daß das von Dr. Mohr angegebene Verfahren vor anderen den Vorzug verdiene; es ist folgendes: man füllt einen Tiegel fast ganz mit dem innigen Gemenge von 3 Theil Chlorsilber und 1 Kolophonium, erhizt zuerst gelinde, wobei das Harz mit einer durch die aus dem Chlor des Hornsilbers und dem Wasserstoff des Harzes erzeugte Salzsäure grüngefärbten Flamme verbrennt, gibt dann stärkeres Feuer zum Schmelzen des Silbers, fügt etwas Borax hinzu, und thut einige leichte Schläge an den Tiegel, um die Vereinigung des Silbers zu befördern.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: