Titel: Ueber Verfälschung des Arrow-Root mit Kartoffelstärke und andern Stärke-Arten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 96, Nr. XXXV./Miszelle 9 (S. 175–176)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj096/mi096035_9

Ueber Verfälschung des Arrow-Root mit Kartoffelstärke und andern Stärke-Arten.

Hofapotheker Oßwald zu Eisenach fand, daß wenn Arrow-Root mit Kartoffelstärke verfälscht ist, dieß auf folgende Weise am besten entdekt wird. Man |176| kocht 10 Gran davon mit 1 Unze Wasser und sezt der Lösung einige Tropfen Salzsäure zu; es entwikelt sich, wenn Kartoffelstärke zugegen ist, ein eigenthümlicher, etwas stechender, dem der Ameisensäure ähnlicher Geruch, welcher sogar nach einigen Tagen nicht verschwindet und immer stärker hervortritt, wenn die Flüssigkeit von Neuem erwärmt wird. Reines Arrow-Root, eben so behandelt, entwikelt keinen fremdartigen Geruch. Bei einem Gegenversuch mit 1 Theil Stärke und 6 Theilen Arrow-Root war das Resultat dasselbe, nur der bezeichnete Geruch etwas schwächer. – Andere unorganische Säuren entwikeln diesen Beigeruch nicht. – Eine Verfälschung mit Weizenstärke würde dadurch erkannt werden, daß beim Abkochen von 10 Gran mit 2 Unzen Wasser eine consistente Verbindung entsteht und sich ein Kleistergeruch entwikelt, während ächtes Arrow-Root eine mehr zusammenhängende schleimige Verbindung bildet und durchaus beim Kochen keinen Beigeruch zeigt. Die in einigen Lehrbüchern angeführte zweitheilige Scheidung, welche entstehen soll, wenn ächtes Arrow-Root mit absolutem Alkohol versezt wird, findet allerdings statt, jedoch auch bei verfälschtem, kann daher als Unterscheidungsmittel nicht dienen. – Zur quantitativen Ermittelung der zugesezten fremden Sazmehlarten würde ohne Zweifel eine genaue mikroskopische Untersuchung vorzuziehen seyn, da sich die verschiedenen Stärkmehl-Arten durch Größe und Gestalt der Körner unterscheiden lassen. (Archiv der Pharmacie Bd. XL S. 166.)

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