Titel: Zusammensezung der künstlichen Brillanten von Austrich in Paris.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 96, Nr. LX./Miszelle 5 (S. 252)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj096/mi096060_5

Zusammensezung der künstlichen Brillanten von Austrich in Paris.

Unter dem Namen künstliche Brillanten (Imitation de diamant) von Austrich in Paris“ werden in den Leipziger Messen zu ziemlich hohem Preise künstliche Edelsteine verkauft, welche sich durch Feuer und Schönheit sehr auszeichnen. Sie sind so hart, daß sie Glas rizen. In den gedrukten Anzeigen wird besonders bemerkt, daß diese Imitation ganz verschieden sey von der, welche bisher unter dem Namen Pierre de Strass bekannt gewesen. Mündlich wurde vom Verkäufer die ergözliche Versicherung gegeben, daß diese Steine eine Composition aus Stahl, Diamant und Phosphor wären.

Ein farbloser Stein dieser Art wurde von Hrn. O. Köttig aus Meißen in Prof. Erdmann's Laboratorium untersucht. Die Analyse wurde mit Flußsäuredämpfen im Brunner'schen Apparate angestellt; nach Austreibung des Fluorsiliciums durch Schwefelsäure und Verdunsten der überschüssigen Säure blieb schwefelsaures Bleioxyd in der Platinschale zurük, das ausgewaschen wurde; die davon abdestillirte Flüssigkeit gab, mit Schwefelwasserstoffgas behandelt, Schwefelblei, das ebenfalls in schwefelsaures Bleioxyd verwandelt wurde. Das Alkali wurde als schwefelsaures Salz bestimmt. Die Analyse gab:

Kieselerde 38,8
Bleioxyd 53,0
Kali und Natron 8,2
Spuren von Thonerde und Eisenoxyd
–––––
100,0.

Diese Zusammensezung stimmt merkwürdig genau mit der von Dumas (Lehrb. der angewandten Chemie, II. Bd. S. 592) mitgetheilten Analyse des Pierre de Strass von Douault-Wieland überein, welche gab:

Kieselerde 38,2
Thonerde 1,0
Bleioxyd 53,0
Kali 7,8
Spuren von Arsenik und Borsäure
–––––
100,0.

Die Austrich'schen Steine scheinen also ihre etwaigen Vorzüge vor anderm Pierre de Strass nur einer besonders guten Schleifung zu verdanken. (Journal für prakt. Chemie, 1845 Nr. 7 u. 8.)

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