Titel: Ueber die nicht gänzliche Fällbarkeit des Goldes aus dessen Auflösung durch Eisenvitriol.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 96, Nr. CXVI./Miszelle 4 (S. 490)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj096/mi096116_4

Ueber die nicht gänzliche Fällbarkeit des Goldes aus dessen Auflösung durch Eisenvitriol.

Es ist allgemein bekannt, daß die Auflösung des Eisenvitriols gebraucht wird, um das Gold aus seiner Auflösung in Königswasser wieder regulinisch niederzuschlagen; nicht so bekannt scheint es aber zu seyn, daß diese Fällung keine vollständige ist, wie das Resultat nachstehenden Versuchs ergab. Zu einer Goldlösung, welche jedoch kein freies Königswasser, die aber gleichzeitig Zinnchlorid, salzsaures Zinnoxyd enthielt, durch welche Verbindung bekanntlich das Gold nicht gefällt wird, wurde ein großer Ueberschuß einer wässerigen Auflösung von frisch bereitetem, völlig oxydfreiem Eisenvitriol hinzugesezt und so einige Tage hingestellt, bis die obere Flüssigkeit ganz klar geworden war und das Gold als brauner Niederschlag sich gänzlich abgesezt hatte. Nach Abfiltration des Goldes wurde durch die mit Salzsäure angesäuerte Eisenlösung, Schwefelwasserstoffgas hindurchgeleitet, wobei ein hellbräunlicher Niederschlag entstand, welcher eben eigentlich hellgelb hätte seyn müssen, wenn derselbe reines Schwefelzinn gewesen wäre. Die bräunliche Färbung kam demnach von einem geringen Rükhalt von Gold her, welcher selbst durch den Ueberschuß von Eisenvitriol nicht niedergeschlagen worden war.

Zu einem andern Theil der von metallischem Golde abfiltrirten Eisenlösung wurde eine Auflösung von Zinnchlorür (salzsaures Zinnoxydul) hinzugesezt, wodurch sogleich die früher klare farblose Flüssigkeit eine schönrothe Farbe annahm, jedoch klar blieb, ohne daß ein Niederschlag sich bildete. Diese Reaction zeigt eben so wie die mit Schwefelwasserstoffgas, daß selbst durch den in Ueberschuß zugesezten Eisenvitriol das in der Lösung enthalten gewesene Gold nicht gänzlich niedergeschlagen worden war. Da diese Beobachtungen für die Quantitäten-Bestimmung des Goldes in Legirungen von großer Bedeutung ist, so soll durch eine quantitative Analyse einer goldhaltigen Legirung ermittelt werden, wie viel Gold wieder gewonnen wird und wie viel in der Eisenlösung zurükbleibt; die zu erhaltenden Resultate, wichtig für die Wissenschaft sowohl als für die Technik, werde ich später veröffentlichen. – Ich bemerke nur noch, daß ähnliche Verluste an Gold bei der Fällung desselben durch Eisenvitriol auch schon von Münzprobirern beobachtet worden sind. Dr. Elsner. (Berliner Gewerbe- Industrie- und Handelsblatt, Bd. XV Nr. 12.)

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