Titel: Erkennungsmittel, ob Wollen- und Seidenstoffe Leinen oder Baumwolle enthalten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1845, Band 96, Nr. CXVI./Miszelle 7 (S. 491)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj096/mi096116_7

Erkennungsmittel, ob Wollen- und Seidenstoffe Leinen oder Baumwolle enthalten.

Von den vielen hiezu angegebenen Methoden sind die meisten schwierig auszuführen und erfordern Säuren oder andere chemische Agentien. Folgendes sehr einfache Mittel kann, wenn auch nicht in allen, doch in sehr vielen Fällen zur genauen Analyse eines Gewebes dienen. – Man schneidet von dem Gewebe ein vierekiges, 1–1 1/2 Zoll großes Stükchen ab, fädelt es der Quere und Länge (der Kette und dem Einschlag) nach aus und verbrennt einen Faden nach dem andern am Kerzenlicht. Die Baumwoll-, Hanf- oder Leinenfäden verbrennen mit lebhafter Flamme, hinterlassen keinen Rükstand und geben den ächten Geruch verbrannten Leinens; die Wollen- und Seidenfäden hingegen brennen schlecht und bilden an der Spize eine schwammige Kohle, welche ihre weitere Verbrennung aufhält; es entwikelt sich dabei ein starker und unangenehmer Geruch, der zu charakteristisch ist, um einen Augenblik einen Irrthum zuzulassen. Es lassen sich mithin die Anzahl der Wollen- und Seidenfäden und die der Baumwolle leicht zählen. Diese vollkommen genaue Analyse erheischt keine wissenschaftlichen Kenntnisse und ist daher Jedermann zugänglich. (Journal de Chimie médicale, Mai 1845, S. 280.) So sehr dieses Mittel in der thierischen Abkunft der einen, und in der pflanzlichen Abkunft der andern dieser Stoffe, folglich in ihrer chemischen Beschaffenheit begründet ist und daher dem Chemiker bekannt seyn muß, verdient es doch seiner Richtigkeit und Brauchbarkeit wegen besondere Mittheilung und Verbreitung in größern Kreisen.

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